Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702506
Tafel XII. 
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Opfer des Bacchus. Rechts vom Altare der Opfertisch 
mit einem Gefäfse für den Weihegufs. 
II. Ein in seiner Art einziger Bau, der offenbar 
religiösen Zwecken diente. Die Pfeiler waren nieder- 
geworfen, sind aber mit Sicherheit rekonstruiert. Sie 
dienten, wie die Löcher auf ihrer Oberfläche zeigen, als 
Stützen für Dreifüfse; man hat vermutet, dafs sich hier 
unter dem Schutze des Apollo die Abgesandten des 
dorischen Städtebundes, zu welchem Knidos gehörte, ver- 
sammelten. In einem Winkel der Mauer befindet sich 
ein kleines Thor. 
I2. In Delphi, dem religiösen Mittelpunkte des 
eigentlichen Hellas, befand sich nach dem naiven Volks- 
glauben auch der Mittelpunkt der Erde. Zeus selbst soll 
ihn bestimmt haben, indem er von den Enden der Welt 
Zwei Adler aufeinander zu fliegen liefs. Hier ist der 
kegelförmige Stein, der Erdnabel (Omphalos), der die 
geheiligte Stätte bezeichnete, dargestellt; er ist mit einem 
Netze von Wollbinden, der Kleidung der Wahrsager 
 bedeckt mit Rücksicht auf die Thätigkeit des 
Ürakelgottes. An sich besafs jeder heilige Platz Asyl- 
recht, doch war der hierdurch gewährte Schutz keines- 
Wegs unbedingt sicher. Derselbe hing vielmehr im 
allgemeinen von der gröfseren oder geringeren Ehr- 
würdigkeit der Stätte ab, falls nicht durch gesetzliche 
BeStimmungen die Bedingungen des Schutzes geregelt 
Waren. Wenn die Sage den Orest sich vor den Furien 
in das Heiligtum des Apollo flüchten läfst, so liegt 
dieser Erzählung die Anschauung zu Grunde, dafs die 
Stätte, welche vor menschlicher Bestrafung schützt, die- 
Selbe Kraft gegenüber der von den Göttern verhängten 
Zu bethätigen vermag. 
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