Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702473
II2 
Kultus. 
gab. Hier wurde vermutlich der Ahnherr eines der er- 
ilauchten olympischen Sehergeschlechter verehrt. lm Süden 
liegt dicht neben dem Heroon und Theokoleon ein aus 
einem Saale und einem Vorplatze mit Wasserbassin be- 
stehendes Gebäude. Es ist wahrscheinlich das Rathaus 
von Olympia, das Buleuterion, welches andere Gelehrte 
im Süden der Altis suchen. In diesem Gebäude befand 
sich das Standbild des eidhütenden Zeus, vor welchem 
die Kampfrichter, Wettkämpfer und ihre Ringlehrer am 
Tage vor den Wettspielen vereidigt wurden. Das noch 
weiter südlich gelegene geräumige Gebäude L ist in- 
schriftlich als das Leonidaion erwiesen, ein vom Eleer 
Leonidas gestiftetes Bauwerk, dessen ursprüngliche Be- 
stimmung nicht bekannt ist; in späterer Zeit diente es 
als Wohnung für Festgäste. Es folgt nach Osten ein im 
Plane als Buleuterion B bezeichnetes Gebäude, welches 
aus zwei länglich viereckigen, mit einer Apsis abschlies- 
senden Sälen und einem zwischen ihnen liegenden qua- 
dratischen Baue besteht. Über den Zweck des Gebäudes 
läfst sich nichts Bestimmtes angeben; man vermutet, es 
sei eine Werkstätte für Künstler gewesen und zwar die- 
selbe, welche die Fremdenführer von Olympia dem Pau- 
sanias als Werkstätte des Phidias bezeichneten. 
Der Vorderfront der drei Gebäude ist nachträglich, 
um sie als einheitliches Bauwerk erscheinen zu lassen, eine 
Säulenhalle vorgelegt. Der vor dieser befindliche un- 
regelmäfsige Hof gehört der römischen Zeit an. Die soge- 
nannte Südhalle SH war vielleicht zum Unterhaltungs- 
raume für die zwischen Altis und Alphaiostiufs in Zelten 
lagernden Festgäste bestimmt. Endlich befindet sich in 
der Südostecke der Altis ein von Nero errichteter Bau, 
der ihm ohne Zweifel während seines Aufenthaltes in 
Olympia zur Wohnung diente.  Nachdem die olym- 
pische Festfeier länger als ein Jahrtausend hindurch
        

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