Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702422
Tafel 
XII. 
x07 
ein bescheidenes Heiligtum in der Altis gestanden, wel- 
ches der Hauptgottheit der Kultstätte, dem olympischen 
Zeus, gewidmet war. Indes ist jede Spur von diesem 
Bau verschwunden. Der grofse Zeustempel Z und Fllgr. 5, 
den unser Bild zeigt, ist erst unmittelbar nach den Perser- 
kriegen in der Zeit des grofsartigen Aufschwunges helle- 
nischer Macht und Bildung entstanden. Sollte er den 
Vorschriften des Ritus entsprechend nach Osten orien- 
tiert werden, so mufste man auf die herkömmliche und 
naturgemäfse Anlage, die den Altar des Gottes in die 
Längsachse des Tempels brachte, verzichten, da einer 
Solchen Ansetzung der altehrwürdige Grabhügel des 
Pelops im Wege stand. Indessen war in diesem Falle 
eine Abweichung von der Regel um so weniger be- 
denklich, als die Verehrung des olympischen Zeus von 
jeher den Charakter eines bilderlosen Kultus trug. So 
entschlofs man sich denn, für den neu zu errichtenden 
Prachtbau den freien Raum im Süden der Altis zu be- 
nutzen. Hier erhob er sich auf einer Tempelterrasse, 
deren südlicher Abschlufs im Plane durch die mit der 
Längsachrse des Tempels fast parallel laufende Linie be- 
Zeichnet ist. Hierdurch und mit Hilfe der drei Unter- 
Stufen wurde es erreicht, dafs der Fufsboden (Stylobat) 
dieses Haupttempels wenigstens die gleiche Höhe erhielt 
Wie der des Heraion, Welches am Fufse des Kronos- 
hügels auf etwas ansteigendem Untergrunde lag. Die 
Säulen des inneren Tempels trugen eine Empore, welche 
den Umgang rings um die Cella ermöglichte. Dagegen 
War im unteren Raume durch eine quer die Cella durch- 
Schneidende Schranke, deren Ansätze, wie die Grundrisse 
Zeigen, auch noch mehrere Säulen urnfafsten, der Zutritt 
zum Raume des Götterbildes abgeschnitten. Der Stand- 
ort des letzteren, des berühmten phidiasschen Gold- 
elfenbeinbildes, ist in dem Plane durch das schraffierte
        

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