Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702408
Eifel 
XII. 
105 
Wende hier abgehalten wurde. Olympia hat niemals 
eine politische Gemeinde gebildet, es bestand nur aus 
dem durch eine Mauer umschlossenen, mit Tempeln, A1- 
tären und Weihgeschenken ausgestatteten, heiligen Be- 
zirke, der sogenannten Altis, und wenigen sich daran 
anschliefsenden profanen Gebäuden, die für den Bedarf 
des regelmäßigen Kultdienstes und insbesondere für die 
Ausrichtung der Wettspiele unentbehrlich schienen. In 
ihrer frühesten Gestalt War diese Kultstätte gewifs nichts 
anderes als ein abgegrenztes Stück Land, vermutlich von 
quadratischer Form, dessen Mittelpunkt der grofse Aschen- 
altar des Zeus A bildete. Dieser Altar blieb für 
alle Zeit die Hauptstätte der Gottesverehrung. Selbst 
aufserhalb der Festzeit wurde auf ihm Tag für Tag im 
Namen des elischen Staates, dem die Verwaltung des 
Heiligtums oblag, ein Opfer dargebracht. S0 wuchs 
er allmählich zu einer bedeutenden Höhe heran, indem 
die Asche der verbrannten Opferteile angesammelt und, 
mit Lehmwasser verdichtet, zur Erhöhung des Baues be- 
nutzt wurde. Aus sehr früher Zeit stammt auch das 
Pelopion P, der Grabhügel des achäischen Landesheros 
Pelops, welcher der Sage nach durch einen Sieg im 
Wagenrennen, den er über den Fürsten des Landes Oino- 
maos davontrug, die Hand von dessen Tochter Hippo- 
darneia gewonnen und damit die Veranlassung zur Ein- 
setzung der olympischen Wettrennen gegeben hatte. Das 
Grabmal war von einer unregelmäßigen Steineinfassung 
umgeben, die in späterer Zeit zu einer kunstvolleren 
Mauer umgewandelt und endlich an der südwestlichen 
Ecke durch den kleinen tempelartigen Vorbau ausge- 
zeichnet wurde. Das älteste Gebäude aber, welches wir 
auf dem Boden der Altis nachweisen können, ist der Tempel 
der Hera, Hund Figf. 6. Er stammt etwa aus dem ach- 
ten vorchristlichen Jahrhundert und _ist überhaupt der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.