Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702388
Tafel XI. 
103 
Labrandeus Fig. 10 ist durch ein Gewand umhüllt; doch 
ist aufserdem der gröfste Teil des Leibes sowie die an- 
gesetzten Arme mit heiligen Binden kreuzweise um- 
wickelt. Bei der Artemis scheinen nur die Arme mit 
Binden umwunden, die ebenso wie die des 
randeus auf den Boden herabhängen und in 
Troddeln enden. Beide Gottheiten haben 
Zeus Lab- 
dreiteilige 
außerdem 
einen cylindrischen Kopfaufsatz, den Polos; hinterdem 
Kopfe der Artemis ist ein Schleier oder scheibe-nartiger 
Zierat angebracht, der auf dem Täfelchen 12,2 etwas 
abweichend gebildet ist. Alle drei Darstellungen stam- 
men aus der römischen Kaiserzeit und sind ein Beweis 
für die Hartnäckigkeit, mit der man an der einmal über- 
lieferten Form eines Kultbildes festzuhalten pflegte. Die 
Athena des ehernen Hauses (Chalkioikos) hat ihren Bei- 
namen von ihrem mit ehernen Platten beschlagenen Tem- 
pel. Es ist derselbe, in welchem der spartanische König 
Pausanias seinen Tod fand. Die ephesische Artemis und 
Zeus Labrandeus Waren ursprünglich asiatische Gottheiten, 
jene eine Naturgöttin, dieser ein Gott des Krieges. 
II. Links das eigentliche von einem Firstschmucke 
gekrönte Tempelhaus, an welches sich der geräumige, 
von einem Säulengange umgebene und mit einer Vorhalle 
versehene Tempelhof anschliefst. In der Mitte des Hofes 
das durch ein besonderes Gitter eingefafste hohe konische 
Bätyl. Es ist nicht unwahrscheinlich, dafs die Schmalseite 
des Hofes mit der Vorhalle an der Hinterseite des 
Tempels liegend zu denken ist, so dafs er von diesem 
aus vermittelst der Treppe zugänglich sein würde. Der 
Künstler konnte leicht durch Rücksicht auf Deutlichkeit 
und Ausnutzung des Raumes veranlafst sein, die Lage 
des Hofes auf dem Bilde zu ändern. Am Eingange des 
Tempelhauses scheint eine Räucherpfanne zu stehen. 
I2. Ein völlig unbearbeitetes Bätyl, als Idol des
        

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