Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Textbuch zu Th. Schreibers kulturhistorischem Bilderatlas des klassischen Altertums
Person:
Bernhardi, Kurt
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1701022
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1702364
Tafel 
IOI 
einige Steine, die als Unterlage für den Opfertisch ge- 
dient haben mögen. Fig. 2 läfst den geräumigen Vor- 
hof erkennen, zu welchem die auf Fig. 1 sichtbare Treppe 
hinaufführt. Die kreisförmige Basis C trug vielleicht den 
Kessel, den man erklingen liefs, um aus der Art des 
Tones Gunst oder Ungunst des Schicksals zu erschliefsen. 
Zwischen der Basis und der Tempelthüre bemerkt _man 
eine viereckige Grube, die bei ihrer Auffindung mit 
Asche angefüllt War. Unter dem Vorhofe ist noch ein 
weiter, geebneter und abgegrenzter Raum, der vermutlich 
ebenfalls Kultzwecken diente. Über die Entstehungszeit 
und Bestimmung des Tempels wissen wir nichts. Das 
Dach war im hinteren Teile des Tempels offen gelassen, 
so dafs hier das Sonnenlicht einfallen konnte. Aus 
dieser Dachöffnung hat man auf den Kult des Sonnen- 
gottes Apollo geschlossen, während anderseits die Opfer- 
grube auf die Verehrung eines Heroen hinweist. 
4. Die Pangrotte soll von den Athenern zum Ge- 
dächtnis der Unterstützung geweiht worden sein, die der 
Gott ihnen in der Schlacht bei Nlarathon geleistet hatte. 
In der Grotte des Apollo vermählte sich der Sage nach 
dieser Gott mit Kreusa, der Tochter des Erechtheus. 
Die rechte Grotte war, wie die zahlreichen für die Weih- 
geschenke bestimmten Nischen zeigen, offenbar das Haupt- 
heiligtum und gehörte dem Pan, während von der linken 
fraglich ist, ob sie überhaupt einen heiligen Charakter 
trug. Wenn dies nicht der Fall ist, so hat man die 
Apollogrotte vielleichtihinter dem modernen, rechts sicht- 
baren Gemäuer zu suchen. Oben rechts ein Stück antiker 
Festungsmauer am Eingange zur Akropolis, vgl. 13,3. 
Für den Berggeist Pan, den Rübezahl des Altertums, den 
Schirmherrn der auf felsigem Boden weidenden Ziegen- 
herden, war die felsige Höhle der Stadtburg ein sich 
von selbst darbietender Verehrungsplatz.
        

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