Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Landschaftsalbum der Dresdner Gallerie
Person:
Hübner, Julius Krüger, C. Königliche Gemäldegalerie <Dresden>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1699700
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1700824
J acob 
VELII 
Ruysdael, 
zu Harlem um 1625, 
November 1681 ebendaselbst 
Seine Biographen sind über das Jahr seiner Geburt nicht einig, wie man denn überhaupt trotz seiner 
Berühmtheit nicht viel von seinem Leben weiss. Sein Vater soll Kunsttischler oder Ebenist gewesen sein, und 
dem Sohne zuerst das Studium der Medicin auferlegt haben, welches er sogar einige Zeit mit Erfolg getrieben 
habe. Immerhin muss er noch jung zur Malerei gekommen sein, da man Bilder von ihm besitzt mit der Jahres- 
zahl 1645, obgleich er leider sonst hauüg nur mit seinem Namen und ohne Jahreszahl bezeichnet. Seine Bilder 
stellen meist waldige Gegenden und öfters YVasserfalle vor, welche den Werken seines älteren Zeitgenossen Everdingen 
ahnlich sehen, der indess meist norivegiScllß LfllldSßhflftßll malte. .Ob Ruysdael Norivegen auch gesehen, ob er über- 
haupt je sein Vaterland verlassen, darüber fehlen alle Nachrichten. Doch sollte man annehmen dürfen, dass die 
unmittelbare Wahrheit seiner Darstellung von gebirgigen Gegenden, die er offenbar nicht in Holland gesehen haben 
kann, genug Beweis dafür sind, dass er auch andere Länder gekannt habe. Fünf seiner berühmtesten Bilder auf 
der Dresdner Gallerie zeigt uns die vorliegende Sammlung in trefflichen Radirungen. 
Das erste ist die berühmte Hirschjagd mit Figuren von A van den Velde. Eine "flache Buchenwaldung 
mit einem sumpfigen, stehenden Wasser in der Mitte des Bildes, durch welches dem gehetzten Hirsch die Jäger 
und Hunde folgen. Man hat schon von jeher (Schlegel schon im Athenaum) die richtige Bemerkung gemacht, 
dass dem Wasser die entsprechende Wellenbewegung fehlt, es ist dies wohl aber eine Folge davon, dass die 
Staffage von andrer Hand in das fertige Bild hineingemalt wurde. Desto naturwahrer ist alles Andre, Luft und 
Wolken, Baume und Widerschein im Wasser und Licht und Farbcnstimmnng im ganzen Bilde, das mit Recht zu 
seinen bedeutendsten Werken zahlt, und v. Ruisdael bezeichnet ist. 
Das zweite nicht minder berühmte ist der sogenannte „Judenkircl1h0f  Eins der ersten Bilder der 
eben neu entstehenden Landschaftsschule, das jene düstere und melancholische Stimmung unwiderstehlich dem 
Beschauer mittheilt, welche Späiißl" so oft Gegenstand der modernen Landschaft geworden ist. Dies ist unstreitig 
der Hauptvorzug dieses Bildes voll grossartiger Poesie, dem eine eben so volle Naturwahrhcit nach allen Rich- 
tungen hin schon darum nicht zugestanden werden kann, weil noch bis heute die Meinungen verschieden darüber 
sind, ob der Künstler "Tag oder Nacht habe darstellen wollen. Es ist ebenso bezeichnet wie das Vorige. 
 Das dritte ist unter dem Namen „des Klosters" bekannt und stellt eine jener Gegenden vor, die der 
Maler unmöglich in Holland gesehen haben kann. Ein schön bewaldeter Berg schliesst den Hintergrund noch in 
ziemlicher Nahe ab, links steht die Ruine einer Kirche und anliegender Wohnungen, welche dem Bilde den Namen
        

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