Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Landschaftsalbum der Dresdner Gallerie
Person:
Hübner, Julius Krüger, C. Königliche Gemäldegalerie <Dresden>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1699700
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1700588
geboren 
Wouverman, Philips, 
zu Ilarlexu 1620, gestorben daselhst den 19. 
Mai 1668 
Er war zuerst Schüler seines Vaters, Paul Wouverman, eines mittelmässigen Historienmalers. Später 
kam er in die Lehre zu Wynants, bei dem er bald eine Tüchtigkeit im Landsehaftlichen erlernte, die ihm später 
bei Ausführung seiner Bilder, welche meist Jagden, Mtirkte und Schlachten etc. darstellen, von höchstem Nutzen 
wurde. In den Figuren erlangte er eine eigenthümliche Feinheit der Charakteristik und Behandlung, welche sich 
mit einer eleganten Freiheit des Pinsels verband, wie man sie bei keinem andern wiederfindet. Die Thiere soll 
er bei Pieter Verbeck, einem ziemlich unbekannten Maler, noch besonders malen gelernt haben. Bei der oben 
angeführten Feinheit und Sorgfalt, welche fast alle seine achten Bilder in gleichem Maasse besitzen, ist es schwer 
zu begreifen, wie er bei einer Lebensdauer von nur 48 Jahren, die ganz unglaubliche Menge von Werken habe 
hervorbringen können, welche man von ihm kennt. Die Dresdner Gallerie allein besitzt von ihm 64 Werke, 
wenn auch nicht alle von ihm selber, darunter einige von bedeutender Grösse, andere von der miniaturartigsten 
Ausführung. Seine ersten Arbeiten wurden, obgleich sie bereits alle Haupteigenschaften der spatern besassen, doch 
von den Liebhabern seiner Zeit nicht anerkannt und es dauerte lange, ehe er seinen beliebten N ebenbuhler Pieter 
van Laar den Rang abgewinnen keimte. Die Arbeiten seiner ersten Zeit zeigen eine natürlichere Abwechslung der 
Local-Töne, während die späteren eine mehr willkührliche, oft ins zu Braune gehende, Färbung haben. 
Das hier in der Radirung wiedergegebene Bild gehört zu den seltener vorkommenden, mehr landschaft- 
lichen Darstellungen, welche nur wenig Figuren als Staffage enthalten. Obgleich man keine Nachrichten über 
Wouwermanls Aufenthalt in Italien besitzt, beweisen doch die meisten seiner Bilder und auch das vorliegende, 
dass er dort gewesen, so gut, wie sein Nebenbuhler Pieter van Laar, den Wonwerman übrigens an Feinheit und 
Originalität, sowie an Ideenreichthnm bei weitem übertriift. Das in Rede stehende Bild ist in einer etwas graueren 
Färbung gehalten, als seine sonstigen Arbeiten, trotz der wenigen Figuren fehlt doch der beliebte Schimmel nicht, 
den man fast als ein Wahrzeichen und Monogramm Wouvermams betrachten kann. Die Erhaltung des Bildes ist 
vortrefflich, es trägt ausserdem das Monogramm des Künstlers. 
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