Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Landschaftsalbum der Dresdner Gallerie
Person:
Hübner, Julius Krüger, C. Königliche Gemäldegalerie <Dresden>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1699700
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1700411
insolvent grklürt wurde und alle seine Habe zur Versteigerung kam. Zum Glück hat sich das Inventarium seiner 
reichen Kunstsammlung erhalten, welches Schätze aller Art, Bilder von italianischen Meistern, die seltensten Kupfer- 
stiche, Gypsabgüsse etc. aufzahlt. Den Zeitverhaltnissen gemüss war der Ertrag der ganzen Versteigerung nur 
4964 F1. 4 Stüber. Sein Haus auf der Breestraat wurde am 1. Febr. 1658 für 11218 F1. verkauft. 
Rembrandt hatte sich zum zweiten Male verheirathet, urahrscheinlich um 1656, und zwei Kinder aus 
dieser Ehe. Wenig wissen wir von diesen letzten Zeiten als die kurze Notiz aus dem Todtenbuche der Westkirche: 
Dienstag den 8. Octbr. 1669 starb Rembrandt van Ryn, Maler am Rosengraben und hinterlasst zwei Kinder. Seine 
Beerdigung kostet 15 F1. 
Aber seine Werke sind uns geblieben, ein Grund zu immer erneuter Bewunderung. 
Zu den Seltenlieiten unter diesen gehören seine Landschaften, deren die Dresdner Gallerie nur eine, aber 
eine der besten welche existiren, besitzt, deren Nachbildung in treiflicher Ratlirung vorliegt. 
Ein düsteres Bild, das all sein Licht von einer schweren Wolkenmasse empfängt, die sich an einem 
fernen Felsen zusammengeballt hat und weithin lastend auf der Ferne ruht. Ein reiches Thal liegt zwischen 
Ielügeln, durchströmt von einem Flüsschen, an welchem vorn eine Mühle mit ranschendem Wehre liegt, während 
ein Weg in mannigfachen Krümmungen aus dem Vordergrund zur Ferne führt, an zerstreuten Wohnungen, Bleich- 
platzen etc. vorüber. Ein kleines Fuhrwerk vorn zur linken Seite ist die einzige Staffage des Bildes, das durch 
seine wunderbare, eigenthümliche Stimmung den Beschauer anzieht und mit seinen zahllosen Einzelheiten den 
Blick bei näherer Betrachtung fesselt und nicht wieder loslässt. Unwillkührlich findet der Geist des Beschauers 
einen symbolischen Ausdruck in dem tiefsinnigen Werke, den etwa die nachfolgenden Verse bezeichnen: 
Es scheint der Weg nicht immer schlicht und eben, 
Durch weites Thal und rauhe Schlucht zu gehen,  
Ein Pilgerpfad durch's dunkle Erdenlebeu   
Licht glänzt nur dort auf fernen Wolkenhöhen! 

        

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