Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Landschaftsalbum der Dresdner Gallerie
Person:
Hübner, Julius Krüger, C. Königliche Gemäldegalerie <Dresden>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1699700
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1700242
David 
Teniers 
der 
Aeltere, 
geboren zu Antwerpen 1582. 
gestorben ebenrlaselbst im Jahre 1649. 
war der Vater zweier Söhne, des Abraham und des viel berühmteren David Teniers, welcher zum Unter- 
schiede von dem Vater, der Jüngere genannt wird. David Teniers der Aeltere war ein Schüler des Rubens, 
obgleich nicht viel jünger als sein Meister, ging später nach Italien und blieb mit Adam Elzheimei- zehn Jahre in 
Rom, dessen Manier er ebenso, wie diejenige vieler anderer Meister in seinen Werken nachahmte. Am häufigsten 
malte er die grossen holländischen Kirmessen, Wirthshausscenen, Alchimistcn, Landschaften mit Bauernstaifagen, 
kurz dieselben Gegenstände, welche später sein berühmter Sohn David ebenfalls behandelte. Daher kömmt es 
denn, dass beider Bilder sehr schwer zu unterscheiden sind, da selbst die Art des Monogrammes dieselbe ist und 
nur in wenig Fällen die Jahreszahl einen bestimmten Anhalt dafür gewahrt, oh das Bild von dem Vater oder dem 
Sohne herriihrt. 
Das vorliegende Bildchen dieses Meisters ist eine anmuthige reiche blond-Landschaft, die jedenfalls noch 
den italienischen Eindrücken des Meisters angehört, obgleich die Figuren ebenso entschieden die Charakteristik der 
niederländischen Bauerngestalten tragen, wie er sie auf seinen Dorfgelagen anzubringen pflegt. In einem von 
Bänmen und hohen Felsen mit thurmartigcn Architectnren umgebenen See spiegelt sich der Mond, und es gehört 
zu den sonderbaren Eigenthümlichkeiten dieses Bildes, dass diese Spiegelung ganz gegen die Gesetze der Optik, 
in einer perspectivischen Verkürzung gezeichnet ist. Die Figuren der am Feuer stehenden und sitzenden Hirten 
sind fein und geistreich gemalt und ähneln ganz entschieden den Figuren des jüngeren 'l'eniers, obgleich sie 
vielleicht etwas fleissiger als gewöhnlich behandelt sind, was aber auch bei den Arbeiten der ersten Periode des 
znletztgenannten Meisters der Fall ist. Das Bild ist nur mit dem Monogramm D. TENIERS F. bezeichnet und 
somit ist hier auch nicht einmal durch die Jahreszahl die Möglichkeit einer sicheren Entscheidung gegeben. Die 
Nachtbeleuchtung, welche noch an Adam Elzheimer erinnert und die Landschaft im italiänisr-hen Charakter 
sprechen allerdings mehr für die Autorschaft des Vaters, als des Sohnes. 

        

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