Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Landschaftsalbum der Dresdner Gallerie
Person:
Hübner, Julius Krüger, C. Königliche Gemäldegalerie <Dresden>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1699700
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1700208
Peter Paul Rubens, 
geboren zu Siegen den 29. Juni 1577, gestorben zu Antwerpen den 30. 
Mai 1640. 
Er war der Sohn des Dr. Johann Rubens, Schoppen von Antwerpen, der, während der Religionskriege 
nach Cöln gezogen, in dessen Nahe der erst neuerdings fest bestimmte Geburtsort Peter Pauls, das kleine Städtchen 
Siegen liegt. Bereits im Jahre 1588 kehrte er nach Antwerpen zurück, wo er eine sorgfältige Bildung in einer 
Jesuitenanstalt erhielt und noch jung als Page in die Dienste der Grafin Margarotha de Ligne eintrat. Jetzt aber 
erwachte auch seine glühende Neigung zur Kunst und seine Mutter brachte ihn zu Adam van Oort und später zu Otto 
Venius. Bald erkannte man den künftigen Meister in dem Zöglinge und schon im Jahre 1598 wurde er als Solcher 
in die Gilde des St. Lncas zu Antwerpen aufgenommen. Zwei Jahr später begann er seine Studienreise nach 
Italien, wo er Vincenz I., Herzog von Mantua kennen lernte, der ihn zu seinem Hofmaler machte und acht Jahre 
in Mantua fcsseue, von wo aus er immer wieder die bedeutendsten Statten italienischer Kunst, besonders Venedig 
und Rom besuchte. Der Herzog schickte ihn sogar im Jahre 1608 mit einer diplomatischen Sendung nach Madrid, 
wo er von dem kunstliebenden König Philipp III. mit Ehren überhäuft wurde und persönliche Freundschaft mit 
Seinem grossen Zeitgenossen, dem Maler Velasquez schloss. Der Tod seiner Mutter rief ihn noch im Jahre 1608 
nach Antwerpen zurück, wo er an dem Erzherzog Albert und seiner Gemahlin, der lnfantin Isabella mächtige rmd 
treue Gönner für seine ganze Lebenszeit fand. Er lies sich nun dauernd in Antwerpen nieder und heirathete in 
erster Ehe Isabella Brandt, Tochter des Sekretars der Stadt Antwerpen, welche jedoch schon im Jahre 1626 starb 
und ihm zwei Söhne hinterliess. Im Jahre 1630 heirathete er Helene Fourment oder Forman, berühmt wegen 
ihrer Schönheit und häufig von ihm in seinen Bildern angebracht, aus welcher Ehe er noch zwei Söhne und drei 
Töchter erhielt. Wenige Künstler haben wie er die Gipfel aller weltlichen Ehren und künstlerischen Ruhmes 
erslivegen und in so zahlreichen Werken der Nachwelt ihr Andenken überliefert. 
Als das Haupt der neuen flämischen Schule anerkannt, welcher er den Stempel seines eignen Geistes 
unauslöschlieh aufgedrückt hat, ist er durch seine überall hin verbreiteten Werke so bekamit, dass es kaum einer 
Charakteristik seiner Malweise bedarf. 
Seiner Vielseitigkeit entsprechend, hat er auch in dem speciellen Fache der Landschaft imd der Thier- 
malerei das Bedeutendste geleistet. Das vorliegende Blättchen unserer Sammlung giebt ein herrliches Bild des 
Meisters, in kleinsten Dimensionen zwar, aber mit bewunderungswürdiger Charakteristik wieder, welches beide 
oben genannte Gattungen vereinigt. 
Eine Eberjagrl in einer Waldlichtung, die den wüthenden Eber, von Hunden und Jägern umstellt, zum 
Mittelpunkt hat. Ein umgestürzter Baumstamm hat ihn in seinem wilden Laufe aufgehalten und bildet nun
        

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