Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693277
Die Kunst 
gothisßhen Styles. 
des 
Die gewichtigsten baulichen Bestrebungen des 13. Jahrhunderts, und 
schon von der Frühzeit desselben ab, theils in entschiedener Herausbil- 
dung der nationellen Eigenthümlichkeit, theils im Wechselverhältniss zu 
den französischen Einiiüssen, machen sich in dem Neubau einer Reihe 
von Kathedralen, verschiedenen Punkten des Landes angehörig, geltend. 
Andre Monumente schliessen sich ihren Richtungen _im Einzelnen an. 
Zunächst ist die Kathedrale von Wells zu nennen. Ihre westlichen 
"Theile, seit 1214, rühren aus der ersten, der Unterbau der östlichen 
Theile aus der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, der Oberbau der letzte- 
ren aus jüngerer Zeit her. Jene haben im Innern e1n' fest in sich ge- 
-schlossenes System, welches die nationell eigenthümliche Behandlungsweise, 
ohne alles Willkürliche, Launenhafte, Unrhythmische, zugleich im Orna- 
ment mit der ganzen Entfaltung jener originellen Bildungsweise englischer 
Frühgothik, zur vorzüglichst gediegenen und 
 Käfig;  bcfriegigendendlilntiialtlglnä brlngtl-l" D16 gier 6;- 
 f"  bei.   sten au erio e e en a s zuge enge aca e 
x   hat seitwärts vertretende Thürme und reiche 
   N dekorative Ausstattung; aber es fehlt ihr wie- 
  h. .1 derum an sinnvoller Gesammthaltung und Durch- 
   1311i bildunw. Sie ist mit sehr reichem Sculpturen- 
  schmuzk versehen, doch_in der missverstande- 
 _nen Anordnung, dass hlezu (ausser der G19- 
  des lllittelthqllid).  stiiibePfeilär 
 piuc genommen sm , 1858 osen sie, 
ff i  X4 111  ihre statische Bedeutung preisgebend, völlig 
    in Statuentabernakel auf.  Einflüsse und 
 Nachwirkungen des im Schiifbau von Wells 
k    beobachteten Systems zeigen sich an den Rui- 
   1 1' nen der Abteikirche zu Wenlock und von 
v,  {i St. Lawrence zu Evesham, an dem (verschle- 
m1„ am   yd denzeitigen, in seinen Obertheilen jüngeren). 
   Ohore der Kathedrale von Oarlisle, an dei 
   Abteikirche von Tintern. 
i   w  Dann folgt die Kathedrale voä Worcester, 
s!  e Ä.  die, ausser eini en älteren Stüc en, im Chore 
 1.  der ersten Hälffe, im Vorderschiif zumeist der 
ä  ,Üi   zweiten Hälfte des Jahrhunderts angehört. 
 Auch hier in der Chor artie, eine Entwicke- 
"dvwm, I. lung des inationellen liilements in strenger 
Kathedrale von Worcester. Inneres maassvoller Gebundenheit, (10011 8011011 mit der 
System desßfiäfjfjmts- (Nach Neigung zu einer lebhafter durchgeführten 
Gliederung als solche zu YVells stattfindet. Im 
Schiff eine mehr nüchterne und willkürliche Nachbildung desselben Systems. 
Hierauf die Kathedrale von Salisbury, 1220-58 gebaut, die Aus- 
sentheile in nächstfolgender Zeit beendet, ein im Style völlig gleicharti- 
ges WVerk. Sie giebt ein vorzüglich charakteristisches Beispiel für die 
Entfaltung und die Gesammtwirkung innerer Räumlichkeit nach englischem 
System, mit den zwei Quer-schiffen und mit der dem Chore unmittelbar
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.