Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693225
Zweite Periode. 
53 
Neumark, Prenzlau, Neu-Brandenburg irnLande Stargard, Gram- 
zow in der Ukermark; auch einige kleine städtische Kirchen: zu Neu- 
Stadt-Eberswalde, Frankfurt a. O. (Nikolaikirche), Luckau (Fagade 
der dortigen Nikolaikirche). 
In Pommern sind die jüngern Theile vom Schilf der Klosterkirche 
zu Colbatz, das Schiff des Domes von Cammin, ein mit künstlerischem 
Sinne maassvoll durchgebildeter Pfeilerbau, und die Katharinen-Kloster- 
kirche zu Stralsund (angeblich 1251-1317), im Schiff mit Rundpfeilern 
(auch mit achteckigen), anzuführen. 
In Preussen ist von kirchlichen Gebäuden dieser Epoche nur die 
lilarienkirche zu Elbing, angeblich 1284 vollendet, doch später erheblich 
verändert, zu nennen.  Wichtiger ist der Bau der festen Schlösser des 
Ordens der deutschen Ritter, der in diesem Lande seine Herrschaft grün- 
dete. Der Beginn dieser Anlagen, welche sich später in zum Theil so 
grossartiger und eigenthümlicher Pracht ausbildeten, gehört dem Schlusse 
des 13. Jahrhunderts an und bekundet sofort den ritterlichen Adel, der 
das Eigenthümliche ihrer baulichen Richtung bezeichnet. Es gehört hie- 
her die erste Anlage des Schlosses von Marienburg (seit 1280), von 
der an dem später sogenannten "Hochschlosse" noch bezeichnende Reste 
vorhanden sind, namentlich an dem nördlichen Flügel, dessen Aeusseres 
durch einen zierlich dekorativen, noch romanisirenden Rundbogenfries 
gekrönt wird und dessen hochspitzbogige Portalhalle an die Einrichtung 
 orientalischer Schlossbauten, welche 
g in der That nicht ohne einen vorbil- 
"I  Q denden Einfluss gewesen zu sein schei- 
 _ "ä" nen, gemahnt. Sodann die Reste des 
 MIN Schlosses von Lochstädt am frischen 
  Haif, namentlich die dortige Kapelle, 
IJKQXI-l Brezhm deren Ausstattung die der ebenge- 
12;? nannten Theile der Marienburg wie- 
 : x derholt. 
 für, "x f v  Für die frühgothische Architektur 
   I ß äiillfx M Schlesiens sind besonders einige 
"i i Äib-u  V ' 4' Reste zu Breslau von Bedeutung: 
  I die älteren Theile der Dominikaner- 
 533255,  kirche mit zierlichen Motiven des 
 Ueber an sst les; die urs rünglichen 
 2111i; j Stückeg dgr lirerrinikirehep (der ehe- 
"  i GINA" maligen Schlosskapelle); der Oberbau 
"l _ 5 irxiß  vom Chore des Domes; und vornehm- 
lich die älteren Theile der Kreuzkirche- 
 " iiriiärllriilrrelrileeiiiiteÄieÜrÄ-irglieli. 
handelte Querschiffllügel und, als sel- 
tene Eigenthümlichkeit, unter diesen Theilen wie unter dem gesammten 
dreischiffigen Vorderbau eine kryptenartige Unterkirche, die Bartholo- 
mäuskirche. Der Chorbau (wenn nicht etwa zugleich der gesammte Kryp- 
tenraum) gehört der bezeichneten Epoche an.
        

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