Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693114
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Die Kunst des gothischen 
Styles. 
und den Gewichten der Masse durch ein luftiges Formenspiel eine durch- 
sichtige Verkleidung giebt. Es ist der erste, freilich noch dekorative, aber 
doppelt wundersam wirkende Versuch, auch die Schwere der stützenden 
Aussenformen in eine bewegte Gliederung umzugestalten. Das Rosenfen- 
ster des Mittelbaues hat ein strahlendes Maasswerk, in seiner Art von 
höchst vollendetem Reize. Der Bau wurde nach Erwhfs Tode (1318) 
Das Rosenfenster in der Faqade des Münsters von Stmssburg. 
(Nach Chapuy) 
noch zwei Jahrzehnte hindurch nach seinem Plane fortgesetzt; dann tra- 
ten, um grössere Höhen zu gewinnen  Veränderungen ein. Das noch 
später Ausgeführte wurde in völlig abweichender Weise behandelt. 
Anderweit gehören noch in diese Epoche: im Elsass der Münster zu 
Colmar (seinen wesentlichen Theilen nach, wie es scheint); der Chor 
von St. Thomas zu Strassburg (seit 1270); die jüngeren Theile der 
Hauptkirche von Schlettstadt;  in Schwaben die Kirche von Salem 
(Salmansweiler, 1282-1311), ein Bau von einfacher Anlage, mit 
reichlichst durchgebildetem Fenstermaasswerk. 
Am Mittelrhein und in den nordöstlich angrenzenden hessischen 
Landen entwickelt sich das Besondere der deutschen Guthik in umfassen- 
derem Maasse, in bestimmter ausgesprochener Gestaltung. 
Zwar fehlt es auch hier nicht an Beispielen, welche die gegebenen 
Formen und die eben bezeichneten Weisen ihrer Behandlung wiederholen. 
Die kleine Kirche von Geisnidda in der Wetterau hat (im Schiffbau) 
ein noch übergangsartiges Frühgothisch, in vereinfacht "derber Formen- 
bildung. Aehnliches Element am Chor und Thurm der Nikolaikirche zu 
Frankfurt a. M.  Der Chor der Katharinenkirche von Oppenheim
        

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