Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693090
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Die Kunst des gothischen Styles. 
liehen Chore polygonisch schliessenden Baues. Eine im Jahr 1293 erfolgte 
Weihung bezieht sich auf den in edelster Gestaltung durchgebildeten öst- 
lichen Chorschluss. Die übrigen Stücke sind später. Der Vorderbau ist 
unausgeführt geblieben.  
Einen Anschluss an die in der Kölner Dombauhütte geübte (franzö- 
sirende) Behandlungsweise, aber zugleich eine selbständige Verwendung 
des Systems zeigt der Dom von Xanten, 1263 gegründet (mit Beibehal- 
tung einiger romanischer Reste). Er ist fünfschifüg, ohne Querschiif, 
jedes Schilf in chorartigem Polygon schliessend, aber die Chöre der Sei- 
tenschiife schräg liegend, ähnlich wie zu Ahrweiler, doch durch die Ver- 
doppelung in erhöht malerischer Wirkung. Die gedoppelten Seitenschiife 
sind von gleicher ansehnlicher Höhe, dagegen das Mittelschiff (35 Fuss 
(b  ,V Ö 
 2; 3);  21:" 
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Chorhaupt des Domes von Xanten. (Nach Schimmel.) 
breit und nur 7 5 F, hoch) ohne die ausserordentliche Aufgipfelung des 
französischen Systems, in maassvoll gebundener räumlicher Entwickelung, 
der Art, dass auch hierin dem Ganzen wenigstens eine Neigung zu der 
Wirkung des Hallensystems ersichtlich wird. Die östliche Hälfte des 
Gebäudes wurde bis in den Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut; das 
Uebrige ist später, folgt indess,- obschon in jüngerer Bildung, dem vorge- 
zeichneten System.  
Aehnliche Gesammtverhältnisse in der Gruppe der Monumente des 
südwestlichen Deutschlands, der oberrheinischen und der angrenzenden 
schwäbischen und schweizerischen Lande. 
Auch hier zunächst einige Reminiscenzen des Uebergangs aus der 
romanischen Architektur, wie in der Kirche von Ruffach im obern El- 
sass, in der Kirche des 1245 gestifteten Oistercienserklosters Gnadenthal 
bei Schwäbisch-Hall, an einem Portale zu Rechentshofen unfern von 
Stuttgart; u. s. w.  
Auch hier die Beispiele einer auf die einfachsten Grundformen zu- 
rückgeführten Gothik, an Ordenskirchen und solchen, die nach deren 
Vorbild ausgeführt vwnden: die Cistercienserkirche zu Kappel im Oanton- 
Zürich, die sehr schlichten Dominikanerkirchen zu Zürich (angeblich 
schon von 12,30), zuBasel (der Chor v.0n 1261-69), zu Bern (seit 
1265);  der einfache Säulenbau der Dominikanerkirche (Paulskirche,
        

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