Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693084
Zweite Periode. 
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schrägliegenden Seitenchören. Zugleich ist sie als eins der Beispiele des 
Hallenbaues, mit gleichen Schiifhöhen, anzumerken. (In Spätgothisgher 
Zeit sind Emporen eingebaut.)   
  Die Uebertragung des französisch-gothischen Kathedralensysterns, in 
der ganzen Fülle und Eigenthümlichkeit seiner Coniposition, im Plane 
wie im Aufbau, bekundet der Dom zu Köln, 1 1248 gegründet und in 
dem ersten Stadium seines Baues, vermuthlicli schon von dessen Anfang 
bis gegen den Schluss des Jahrhunderts, imter Leitung des Meisters Ger- 
hard von Rile ausgeführt. Dieser Epoche gehört der Unterbau des 
Chores an. Das zumeist bestimmende Vorbild gewährte, wie es scheint, 
die_Kathedrale von Amiens; es zeigt sich zugleich aber auch hier eine 
Strenge der Behandlung, die bei allem Reichthum des Systems auf eine 
völlig gehaltene Festigung desselben hinausgeht, 
und nicht minder der Beginn einer Gliederung 
x von organisch bewegter Kraft, die für die deutsche 
i]; _ J Gothik zu fortschreitendenErfolgen führen sollte. 
{l 711;.  Der um den Schluss des Jahrhunderts erfolgte 
"Ei  M; Beginn des Oberbaues des (1322 geweihten) Cho- 
XX   res bezeichnet bereits, in flüssiger belebten For- 
3,1,   men diese fortschreitende Entwickelung; er ist 
i", l l  später in Betracht zu ziehen. Ebenso der mäch- 
iiäp  I; tige fünfschiffige Vorderbau, dessen Anlage in 
 H.  f?! solcher Weise aber schon, allem Anscheine nach, 
g,   {j .bei der Gründung des Ohores beabsichtigt war. 
 ,L   (Anlzumerken ist die Mittelschiffbreite von 44 Fuss 
  H 1,   ihm un die Höhe desselben von 140 F.) 
 lL-l-"T Ein gleichzeitiger Bau ist der der benach- 
Jim   barten Cistercienserkirche von Altenberg, 1255 
iiij] h    gegründet. Auch sie hat eine Ohoranlage nach 
lt    dem Plan der französischen Kathedralen, doch 
t 1; 7 f,  nur einen dreischifiigen Vorderbau. Bei geringe- 
1"  i-ifßiji- ren Maassen als der Kölner Dom folgt sie in 
    "Ätf I  ihren Hauptformen wiederum der einfacheren Fas- 
W 1' 71.13.!   smig der vorgenannten Gebäude, während gleich- 
 i;  ,   wghl diedilmzelgliederungen, namentlich die der 
M, ä 14' Bogen, eme Hüssige, spielend bewegte Formation, 
[1, f; noch an die alterthümlichere Gefuhlsweise der 
 , ßmwhw, ä Gliederungen der Liebfrauenkirche von Trier an- 
  klingend, haben. Die Vollendung des Baues reicht 
glggrgsefgsägärlkräelä auch hier beträchtlich über die gegenwärtige 
He,ste11ung_ (m05 w_ G81, Epoche hinaus. Die Einweihung fand 1379 statt. 
9mm") (Neuerlich nach einem verderblichen Brande her- 
gestellt.) 
Eine Einleitung zujeneriieuen, anmuthig bewegten Ausbildung, welche 
am Oberbau des Kölner Domchores eintritt, zeigen die Reste der St. Wer- 
nerskirche bei Bacharach, eines in den QuerschiHflügeln wie im eigent- 
Denkmäler der Kunst, T. 54, f.
        

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