Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692974
28 
Die Kunst des gothischen Styles. 
Der Chor von St. Etienne zu Caen, in der reichen Plananlage 
der Monumente von Isle-de-France, im Aufbau dem der romanischen 
Vorderschiffe (I, S. 445) sich anschliessend, hat eine zierlich flüssige, 
dekorativ reiche Gliederung, Welche das dekorative Element der jüngsten 
romanischen Monumente der Normandie nach den Principien der Gothik 
umgewandelt zeigt, im Einzelnen noch mit eigentlicher romanischer Re- 
miniscenz und mit allerlei Zeugnissen eines individuellen künstlerischen 
Beliebens.  Die Kathedrale von Bayeux, die in ihren Schiffarkarlen 
jenes reizvolle Muster jüngster romanischer Architektur bewahrt, zeigt 
eine ähnliche, doch mit grösserer Consequenz in Betreff der gothischen 
Formation durchgeführte Behandlung. Beide Gebäude enthalten, beson- 
ders in Gallerie-Arkaden, mancherlei llvlaasswerkfüllung von eigner, sche- 
matisch parallelistischer Führung der Bogenlinien,  in einem System, 
welches namentlich in der englischen Gothik lebhaften Beifall findet. Die 
Kathedrale von Bayeux ist zugleich durch den ansehnlichen Fagadenbau 
von Bedeutung.  Auch die Kathedrale von Ooutances schliesst sich 
r  
WäM?mw 
l I! I1: Vmvmwi; U 
I  F E]? U  
H E  F7 11W 
   
WM" f 
213 
ßßäae 
Välwläv  
äßx w! V  
  t-_tä  
y  ?   
 1,1 i? v v1 
Chortriforium in der Kathedrale von Bayeux. 
(Nach Pugm.) 
Grundriss des Chores der Kathedrale von Se'ez. 
(Nach Viollet-le-Duc.) 
dieser Richtung an; doch wandelt sich das spielend Dekorative der eben- 
genanntexi Bauten hier wiederum zur grössern Strenge. Ihr Aeusseresk 
ist durch eine. glücklich durchgeführte massenhafte Energie von Bedeu- 
tung; ihre Fagadenthürme steigen kühn, in den oberen Theilen mit leich- 
ter Kraft, empor. 
Die Kathedrale von Seez hat das System eines kühn aufgegipfelten 
Säulenbaues mit leichten Diensten. Der Chor, eine Erneuung der Zeit 
um 1260, hat einen Kranz von stark hinaustretenden Polygonalkapellen, 
deren gestreckte Seitenwandungen dem verwegenen Aufbau wohl eine 
entgegenstrebende Festigkeit geben sollten.  Die, zumeist veränderte 
Kirche von St. Pierre-sur-Dives hat dieselbe Choranlage. 
Die Kirche Ste. Clotilde zu Grand-Andelys, die Reste des Chores
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.