Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1697803
vIII. Kap. 
Gegenwart. 
der 
Die Kunstbesweblmgen 
511 
humoristischen Scenen des Pariser Kleinbürgerthums heimisch; Meiss 0- 
nier's miniaturhaft zierliche Darstellungen athmen ein friedlich idyllisches 
Behagen; C. Rocqueplan ist vielseitig, geistreich und lebendig. In 
Deutschland sind namentlich die Düsseldorferl durch mannigfache genre- 
hafte Schilderungen ausgezeichnet. So Jordan mit seinen Matrosenbil- 
dern, der Norweger Tidemand2 mit den ergreifenden Scenen seines 
heimatlichen Volkslebens; Oarl Hübner, Henry Ritter, Jacob Becker, 
der humoristische A. Schrödter und der launige Schilderer rheinischen 
Spiessbürgerthums P. Hasenclever, neuerdings sodann die hochbegabten 
Sitten- und Seelenmaler Knaus und Vautier.  In Berlins ist Ed. 
Meyerheirn unermüdlich in liebevoller Auffassung und meisterhafter Dar- 
stellung des Landvolkes im Harz und Thüringer Walde; H. Kretzsch- 
mer weiss sowohl orientalische als heimische Scenen des täglichen Lebens 
scherzhaft und gemüthlich anziehend vorzutragen, während Th. Hose- 
mann derbe Schilderungen der niederen Stände und des Proletariats zu 
geben liebt und Carl Becker seinen Darstellungen des prunkvollen Le- 
bens vergangener stattlicherer Zeiten den Schmelz eines blühenden Colo- 
rits verleiht. In Dresden lebt Ludwig Richter als einer der Trcfflich- 
sten, dessen innige, gemüthvolle Zeichnungen aus dem Leben des deut- 
schen Hauses, der Kinder wie der Alten alle Welt erfreuen. In Münchent 
sind Peter Hess, A. Adam und Dietrich Monten namentlich als 
Schlachtenmaler zu nennen, Kirner und Bürkel schildern das kräftige 
Dasein der bairischen Gebirgsbevölkerung, L. v. Hagn ist ein Meister 
in eleganten Darstellungen der Rococozeit. Auch Wienä stellt mit dem 
wackeren Peter Krafft, dem gemüthvollen J. Danhauser und dem 
malerisch vollendeten, naiven und anziehenden Volksschilderer F. Wald- 
müller sein Contingent in diese Reihe. Endlich sind noch in Belgien 
Leys, in England der unübertreHliche David Wilkie aus manchen 
anderen tüchtigen Genremeistern hervorzuheben. 
Auch die Landschaftsmalereiö hat einen neuen Aufschwung ge- 
nommen. Joseph Anton Koch (1768-1839) gab ihr den hohen idealen 
Schwung der grossen italienischen Meister zurück und verband damit in 
nordischer Weise ein liebevolles Eingehen auf die charakteristische Aus- 
prägung des Einzelnen. C. Rottmann (1798-1850) wusste in seinen 
italienischen Landschaften in den Arkaden des Hofgartens und in den 
griechischen in der neuen Pinakothek zu München ideale Naturbilder voll 
Schönheit, duftigem Schmelz und ernster Erhabenheit zu entwerfen. Unter 
den Jetztlebenden steht an Hoheit des Sinnes, Gewalt der Darstellung- 
und Reichthum der Phantasie Friedrich Preller in Weimar (Odyssee- 
Oompositionen) obenan. Ihm verwandt istJ oh. Wilh. Schirmer, ehemals 
in Düsseldorf, jetzt in Üaflsrllhe thätig- Der Berliner Wilhelm Schir- 
mer giebt besonders die Poesie des Lichtes, den Zauber des Sonnen- 
glanzes, das Duftige der Abend- und Morgendämmerung mit feiner Em- 
pfindung wieder. Unter den Düsseldorfern ragen O. Fr. Lessing, der 
 
1 Denkmäler der 
3 Ebenda, T. 124.  
da, Taf. 133-136. 
Kunst, Taf. 123.  
4 Ebenda, T. 126. 
Taf. 
Taf. 
2 Ebenda, 
s Ebenda: 
128 A. 
127 A. 
Figß.   
 an-
        

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