Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692942
Zweite Periode. 
Der Schiffbau der Kirche von St. Denis, 1231-1281, erscheint der Bil- 
dung der jüngeren Theile der Kathedrale von Amiens verwandt, in edler, 
günstig wirkender Behandlung, eigenthümlich durch eine eckige, aber zu- 
gleich in eine flüssige Gliederung aufgelöste Pfeilergrundform. Die Ka- 
thedrale von Troyes, im Chor zumeist dem zweiten Viertel des dreizehn- 
ten Jahrhunderts angehörig, in den übrigen Theilen namhaft später, hat 
eine ähnliche Formenbildung.  Die Kathedrale von Bourges, ' in der 
Hauptsache ebenfalls aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts (und 
mit jenen älteren, spätromanischen Seitenportalen, I, S. 533) folgt dem 
fünfschiffigen Plane und der allgemeinen Anordnung der Kathedrale von 
Paris, erhebt diese aber auf eine neue Stufe der Entwickelung, durch 
Beseitigung der Emporen über den inneren Seitenschiffen und die hiemit 
gewonnene Erhöhung der letzteren, so dass die Räume sich, in sehr eig- 
ner Wirkung, von den niedern äussern Seitenschiffen bis zu dem hohen 
Mittelschiife dreifach abstufen. Aehnlich, aus der Mitte des Jahrhunderts 
und in leichterer Durchbildung, der Chor der Kathedrale le Mans, der 
: ausserdem durch eine reiche, eigen- 
?  '21  thümlich geschichtete Kapellcnum- 
1:] 4 ä "S 4 D; eebun bemerkenswerth ist.  
ll  Sodanä die Kathedrale von Tour s, 
5 I,   ein in kleineren Maassen sehr 
"QII. 1  glücklich durchgeführtes Nachbild 
l f u der Kathedralen der nordöstlichen 
sxßxl, fx l Lande. (Die Facade später.) In 
j mBwrges. verwandter Behandlung die dor- 
tige Kirche St. Julien. 
Chomlntmtäatfffäiiiltiffilägfff Bourges" Es schliesst sich dem in der 
Reihe jener Kathedralen ausge- 
sprochenen Entwickelungsgange ferner eine Folge von Kapellen an, die 
durch die sorgliche, zum Theil glänzende künstlerische Durchbildung und 
manche Besonderheit der Anlage wiederum eine hervorstechende Bedeu- 
tung haben. Als solche sind zu nennen: die erzbischöfliche Kapelle zu 
Rheims, aus der Frühzeit des 13. Jahrhunderts, (loppelgeschossig (mit 
niederem Untergeschoss) und in noch charakteristisch strenger Beha11d- 
lllng.  Die Schlosskapelle von St. Germain-en-Laye, mit schon 
stattlich dekorativer Entfaltung ihres Fenstersystems.  Die königliche 
Hofkapelle von Paris, die sogenannte ßaintc-Chapelle", 1245 bis 1248 
durch Peter von Montereau gebaut, gleich der von Rheims mit niede- 
rem Untergeschoss; der Innenbau in reich gegliederter Entfaltung und 
mit einer, auch polychromatischen Dekoration, deren bunter Farbenwecli- 
sel aber die Klarheit des Eindrucks schon wesentlich beeinträchtigt; das 
Aeussere durch die noch etwas spielende Anordnung primitiv gestalteter 
Wimberge, vielleicht des frühsten Beispieles dieser Form, über den gros- 
sen strenggegliederten Maasswerkfenstern besonders bemerkenswerth. Ein- 
zelne Stücke der Ausstattung später, zum Theil der gegenwärtig erfolg- 
ten Herstellung der Kapelle angehörig.)  Die nicht mehr vorhandene 
1 Denkmäler der Kunst,
        

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