Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1697518
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bild. 
Die 
Kunst 
J ahrh. 
Kabinetmalerei. 
(mehr Radirungcn, als Gemälde) des Anton Waterloo (1618-1660). 
geht. Dann Aldert van Everdingen (1621-1675), dessen Darstellun- 
gen zumeist auf Studien der norwegischen Gebirgsnatur beruhen, und 
der, solchem Elemente gemäss, eine ernste Grossheit des Styles ausgebil- 
det hat. Ihn nahm sich der tiefsinnig poetische Jacob Ruysdael (geb, 
gegen 1625, gest. 1681) zum Vorbilde. In den Werken dieses Meistens 
athmet, tief ergreifend, jener erhabene Schauer, den die Natur in ihrer 
Einsamkeit auf unser Gemüth ausübt, sei es, dass er uns in die verlassene 
Oede, in den dunkelrausehenden Wald, zu den überwucherten Trümmern 
eines vergangenen menschlichen Glanzes führe, oder sei es, dass er den 
Strom vom Felsen brausen lasse und mit zitterndem Mondeslichte das 
geheimnissvolle Dunkel erhelle. Dem Jacob Ruysdael schliessen sich so- 
dann zahlreiche Landschaftsmaler an, die seine Richtung mit mehr oder 
weniger Eigenthümlichkeit, mit mehr oder weniger Poesie zu befolgen 
suchen. Zu diesen gehören: Minderhout Hobbema, durch energische 
Naturwahrheit, Klarheit undjechnische Vollendung höchst ausgezeichnet; 
J. R. de Vries, A. van Borsum, Joh. van Hagen, J. Rontbout, 
Js. Koene, u. a. m.   
Einen besonderen und sehr beachtenswerthen Nebenzweig der hollän- 
dischen Landschaftsmalerei bildet, den äusseren Lebensbedingnissen des 
Volkes entsprechend, die Seemalerei. Die Künstler dieses Faches 
wissen auch hier den elementarischen Geist ebenso lebenvoll, wie den 
rüstigen Verkehr des Menschen auf seinem wogenden Gebiete zur Dar- 
stellung zu bringen. Der Entwickelungsgang ist derselbe wie in der 
eigentlichen Landschaftsschule der Holländer. Die Arbeiten der früheren 
Zeit des 17. Jahrhunderts bilden die Erscheinungen der Natur auch hier 
nur schlicht und einfach nach; so die Secbilder des Adam Willaerts, 
des Joh. Parcelles, des Joh. Peters:'belebter und bewegter die 
des Bonaventura Peters, Jan Beerestraeten, Simon dc Vlie- 
ger, A. Smit, u. s. w.  Hochpoetisch erscheinen dagegen auch hier 
einige Werke des Jacob Ruysdael, dem sich sodann die vorzüglichsten 
Meister des Faches anschliessen: Ludolf Backhuysen (1631-1709), 
besonders ausgezeichnet in Seestürmen, und Wilhem van de Velde 
(1633-1707), dessen Bilder vorzugsweise das dem holländischen Seefah- 
rer befreundete Element darstellen. Treffliche Meister in dieser Gattung 
sind noch: Hendrik Dubbels, J. van der Capelle, Abraham 
und Johann Storck, Regner Nooms, genannt Zeeman, L. Ver- 
schuir, M. Maddersteg, W. Vitringa, u. a. m. 
Aehnlich bildet sich auch die Architekturmalcrei zu einer selb- 
ständigen Gattung aus. Die Künstler dieses Faches streben insgemein, 
und oft mit Glück, nach der Darstellung zierlicher Licht- und LuftdTekte, 
doch haben ihre Bilder grösseren Theils nur ein dekoratives Gepräge. 
Als einer der früheren und gerühmtesten Meister dieses Faches ist zu- 
nächst Peter Neefs der ältere (geb. 1570) zu nennen. Ihm folgen, im. 
Verlauf des 17. Jahrhunderts, Peter Saenredam, H. van Steenwyk 
der jüngere, D- de Blick, B. van BaSSen, D. van Deelen, E. de 
NVitte, J. van Nikkßlßn, J. Ghering. In höherem Range, als die 
Leistungen dieser Künstler, steht jedoch, was J. Ruysdael auch im Fache
        

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