Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1697498
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Die bild. 
Kunst 
J ahrh. 
Kabinetmalerei. 
gemStevens (1604-1680), Jean le Duc(1636-1671), A. Verschu- 
ring (1627-1690), A. F. van der Meulen (1634-1690), J. P. van 
Bloemen, gen. Standaart (1649-1719), J. van Hughtenburg (1616 
bis 1738), und der Deutsche Georg Philipp Rugendas (1666 bis 
1742).  
Einige eigenthümliche Erscheinungen im Fache des Genre, besonders 
charakteristisch für die Zeit des 18. Jahrhunderts, treten uns in der 
französischen und in der englischen Kunst entgegen. In der fran- 
zösischen Kunst macht sich zunächst, noch der früheren Zeit des 17. J ahr- 
hunderts angehörig, ein seltsam anziehender Meister bemerklich. Dies ist 
J ac que s O allot (1594-1635), dessen zahlreiche Compositionen, zumeist 
zwar nur mit dem Grabstichel und nicht mit dem Pinsel ausgeführt, 
einen unerschöpflichen phantastischen Humor entfalten.  Gleichzeitig leb- 
ten die Brüder Louis und Antoine Lenain aus Laon, welche ganz 
selbständig, von einer treuherzigen und schlichten Beobachtung des 
Lebens ausgehend, häusliche Auftritte aus ihrer nächsten Umgebung mit 
wahrer Empfindung und gediegener, wirkungsvoller malerischer Behand- 
lung schildern.  Die eigentlichen französischen Genremaler folgen erst 
im Beginn des 18. Jahrhunderts. Diese Meister wenden sich vorzugsweise 
jenen affektirt poetischen und idyllischen Lebensverhältnissen zu, welche 
die damalige. Bühne und die Gesellschaft selbst  wo Cavaliere und 
Damen in Haarbeuteln und Reifröcken sich in süsse schäferliche Zustände 
zurückträumten,  zur Schau gab. Sie wissen solche Scenen, natürlich 
zwar nicht mit tiefem Gefühl und nicht mit energischer Lebenswahrheit, 
doch mit einer gewissen graziösen Anmuth darzustellen; und sie geben 
in ihnen, unbewusst, ganz artige, parodische Bildchen. Das Haupt dieser 
Richtung ist Antoine Watteau (1684-1721), ein Meister von ausser- 
ordentlicher malerischer Begabung, der die Sitten seiner Zeit mit grosser 
Feinheit und voller künstlerischer Ueberzeugung in seinen zahlreichen 
zierlich durchgeführten, und zugleich geistreich lebendigen Bildern zur 
Anschauung bringt. Ihm folgen Pater, Lancret, u. A. m.  In 
mehr gemüthlicher Auffassung strebten dagegen J. B. S. Ohardin (1699 
bis 1779) und J. B. Grenze (1726--1805) der holländischen Genremale- 
rei nach.  Den Gegensatz gegen jene unbewussten Parodien bildet die 
sehr bewusste und entschiedene Satire in den Bildern des Engländers 
William I-Iogarth (1697-1764), welche die Kehrseite der gesellschaft- 
lichen Zustände jener Zeit mit scharfer Charakteristik hervorheben, sich 
jedoch so wenig in der malerischen Durchbildung, wie in der Unbefan- 
genheit des Humors den Bildern eines Jan Steen vergleichen lassen. 
Die Landschaftsmalerei. 
Das Fach der Landschaft zeigt sich in seiner ersteifbedeutsameren 
Entfaltung in der Zeit um den Schluss des 16. und im Anfange des 17- 
Jahrhunderts. Hier haben wir zunächst, als eine besondere Schule, die 
von Brabant zu betrachten. Das üppige, glänzende Leben des Pflan- 
zenwuchses ist es besonders, zum Theil auch die Verbindung desselben
        

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