Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1697175
tüchtigen Seulpturen an dem Brunnen eines Hofes in der Residenz; und 
die an dem Grabmal Kaiser Ludwigs des Baiern, in der Frauenkirehe; 
als den Verfertiger der letzteren nennt man Hans Kreuzer. 
An Portraitmedaillen ist die in Rede stehende Periode in Deutsch- 
land noch ziemlich reich, und es zeigt sich in diesen Arbeiten zum Theil 
noch eine gute Nachfolge der früheren Leistungen derselben Gattung, 
obschon die Reinheit des Styles und die Zartheit der Durehbildimg mehr 
und mehr verschwinden. Als namhafte Künstler dieses Faches mögen 
angeführt werden: Matthias Karl und Valentin Maler in Nürnberg, 
Constantin Müller in Augsburg, Jac. Gladehals in Berlin, u. s. w. 
 Auch Niederländer treten nunmehr mit Erfolg als Medaillenarbeiter 
auf, wie Paulus van Vianen, Steven van Holland, Conrad Bloc, 
u. A. m.  
Dann ist zu bemerken, dass auch in Deutschland zu dieser Zeit 
mancherlei Kunsthandwerk blühte. So erscheinen zu Nürnberg tüchtige 
Goldarbeiter, wie Wenzel Jamnitzer (1508-1585), Jonas Silber, 
u. A., welche" sich zum Theil mit gediegenem Geschmack in den italie- 
nisch dekorativen Formen zu bewegen wussten. Von Jamnitzer ein in 
dekorativer Beziehung vorzüglicher Tafelaufsatz bei Herrn Merkel in 
Nürnberg.)  Besonders aber finden wir Schreinerarbeiten verschie- 
dener Art, die sich zu einer künstlerisch wohlgefälligen Dekoration ent- 
wickeln. In solchem Betracht mag als. ein sehr gediegenes Meisterwerk 
die aus Holz geschnitzte Kanzel der Ulrichskirche zu Halle a. d. S. 
(1588) angeführt werden. Vornehmlich war Augsburg durch einen Be- 
trieb dieser Art ausgezeichnet; hier trat die Sohreinerkunst in Verbin- 
dung mit der Goldschmiedekunst, der Malerei, der Kupferstecherkunst 
(als Metallgravirung), u. s. w., und lieferte in solcher Art Dekorations- 
stücke, Kasten, Laden, Schränke u. dgl, die häufig einen sehr gefalligen 
Eindruck hervorbringen. Die glänzendsten Werke gehören dem Anfange 
des 17. Jahrhunderts an, diese zeigen jedoch nicht mehr den reinen Styl 
der früheren und einfacher gehaltenen. Das berühmteste Stück, das in 
dieser Weise zu Augsburg gefertigt ward, ist der sogen. Pommefsche 
Kunstschrank (für Herzog Philipp II. von Pommern gearbeitet und 1617 
vollendet) in der Berliner Kunstkammer, ein Werk, an und in welchem 
eine ganzeWelt von Kunst und Künstelei enthalten ist.'  Noch muss 
als eines besondern Kunsthandwerkes, das ebenfalls in Augsburg blühte, 
die Bildnerei" in Eisen (deren Meister den Namen der Plattner führten) 
genannt werden. Ein ausgezeichneter Arbeiter in diesem Fache war 
Thomas Ruker. Von ihm wurde (1574) in solcher Art u. a. ein, mit 
vielen historischen Darstellungen geschmückter, eiserner Lehnsessel ge- 
fertigt, welchen die Stadt Augsburg dem Kaiser Rudolph II. verehrte; 
derselbe befindet sich gegenwärtig zu Longfordcastle in England. 
der Berliner Kunstkammer, S- 
Kuglerkx Beschr. 
Vgl  
178-
        

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