Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1697001
Kleineres Schuitzwerk, vornehmlich Portrait-Medaillons. 
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bis 1612) in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gefertigt. Es ist 
ein mächtiger Sarkophag, auf dem Deckel, knieend, die Bronzestahie des 
Kaisers, an den Seiten vierundzwanzig Marmorreliefs mit Seenen seiner 
Geschichte. Man rühmt in diesen Arbeiten die vorzügliche Sorgfalt der 
Ausführung, ihrem geistigen Gehalte nach sind sie jedoch ziemlich unbe- 
deutend, dazu flach und wirkungslos in malerischer Anordnung und un- 
bildnerischer Durchführung.  Endlich wird das etwa um die Mitte des 
16. Jahrhunderts gegossene Taufbecken des Münsters zu Emmerich 
(eine Schale auf drei Sirenen, die Figuren des Deckels moderner) sehr 
gerühmt. 1 
Bei diesem Anlass ist auch der Fortdauer jener gravirten bron- 
zenen Grabplatten zu gedenken, deren auch aus dieser Periode in 
Deutschland, Frankreich, England etc. eine ziemliche Zahl erhalten sind, 
doch kaum irgend welche von dem Werthe jener strengen und schönen 
Arbeiten des 14. Jahrhunderts; der eingedrungene Realismus musste auf 
diese Gattung ungefähr wirken wie auf die Glasmalerei. Die trefflichste 
vielleicht die des Bürgermeisters Berk in der Marienkirche zu Lübeck 
(1521), einfach gut die des Cardinals Ousanus (1488 gesetzt) in der Ka- 
pelle des Hospitals zu Oues a. d. Mosel; geringer die aus 12 Stücken 
zusammengenietete des Herzogs Gerhard von Jülich (1475) in der Kirche 
von Altenberg bei Köln; andere in den Domen von Naumburg, 
Freibcrg, Bamberg u. a. a. 0.2  
 Medaillons. 
vornehmlich Portrait- 
Kleineres Schnitzwerk, 
An kleinem Schniktzwerk in Holz, Speckstein und feinem Marmor 
wurde im Anfange des 16. Jahrhunderts in Deutschland mancherlei An- 
muthiges gearbeitet; 3 in den Kunstsammlungen finden sich nicht selten 
Stücke dieser Art , die theils durch die Zierlichkeit der Technik, theils 
durch die geistvolle Auffassung anziehend sind. In Nürnberg waren in 
dieser Knnstgattung besonders ausgezeichnet: Ludwig Krug (gest. 1535), 
Peter Flötner (gest. 1546), Johann Teschler (gest. 1546) u. a. m. 
Von den beiden erstgenannten bewahrt die Berliner Kunstkammer ein 
paar saubere Arbeiten. Auch Maler lieferten Manches der Art, nament- 
lich Albrecht Dürer; doch wird dem Letzteren Unzähliges von sol- 
chen Werken mit grossem Unrecht zugeschrieben. Als sichere Schnitz- 
werke von Dürers Hand dürften für jetzt nur anzuführen sein: ein in 
Speckstein geschnitztes Hochrelief mit der Geburt Johannis, in der 
Kupferstichsammlung des britischen Museums zu London (1510); ein 
diesem ähnliches Werk mit der Predigt Johannis, in der Sammlung zu 
Braunschweig; zwei Holztäfelchen mit Madonnen, bei H. Boisseree 
in München (das eine vom J. 1513, das andere von 1516, dies jedßßh 
eine Wiederholung der Düreüschen, in Kupfer gestochenen Madonna von 
1 Kinkel, im Kunstblatt 1846, N0. 39.  2 Ueber die Technik g_ Harte], im 
Kunstblatt 1853. S. 361- Vgl. F- Kvsler, Kleine Schriften I, wo. n, 321. 43a. 
601.  5 Vgl. KuglerK-x Beschreibung der in der känigl. Kunstkammer zu Berlin 
vorhandenen Kunstsammlung, S. 65-116.
        

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