Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1696788
deutschen Schulen 
Die 
Malerei. 
der 
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seinem sehr interessanten Bilde der Alexanderschlacht, in der Pinakothek 
von München; anderes in Schleissheim, in der Moritzkapelle und 
in der städtischen Galerie zu Nürnberg, etc. (Nachahmer: Melchior 
Fesele, Georg Brew, Michael Ostendorfer).  Georg Pens, 
der aus Dürer's Schule in die italienische des Rafael überging, und 
sich die edlere Formenweise der letzteren aneignete, ohne das schlichte 
heimathliche Gefühl Preis zu geben; in diesem Betracht namentlich aus- 
gezeichnet in den anmuthigen Kupferblättern zur Geschichte des Tobias. 
 Jakob Bink, ein Künstler von ähnlicher Richtung. 
Hans Burgkmair von Augsburg, Sohn eines mit dem ältern 
Holbein kunstverwandten Thoman Burgkmair, mit Dürer nah be- 
freundet, wusste eine gewisse alterthümliche Strenge nach der Weise des 
letzteren mit Geschick umzubilden und zeichnete sich dabei durch eine 
treifliche augsburgische Behandlungsweise und Färbung aus. Von ihm 
maimigfache Gemälde, in den Galerien von Nürnberg, München, 
Schleissheim, Augsburg. Sodann eine grosse Reihenfolge von Holz- 
schnitten, unter denen namentlich die im Weisskunig und im Teurdank, 
zwar mit Beihülfe vieler andern Künstler gefertigt, anzuführen sind.  
Matthias Gruenewald von Aschaffenburg, Dürer's Nebenbuhler, er- 
scheint an grossartiger Auffassung und breiter Behandlung den meisten 
seiner deutschen Zeitgenossen überlegen. Hauptwerke in der Münchner 
Pinakothek, in der S. Annenkirche zu Annaberg, in der Marienkirche zu 
Lübeck, in der Frauenkirche zu Halle (1529, mit Theilnahme des ältern 
Cranach), und das grosse,. in Erfindung und malerischer Behandlung gleich 
ausgezeichnete Altarwerk im Museum zu Colmar.  Sein Schüler, Hans 
Grimmer, besonders in Bildnissen ausgezeichnet, entspricht in solchen 
Bildern mehr der späteren Richtung des 16. Jahrhunderts.  
Auf eine sehr umfassende Weise verbreitete sich die Richtung der 
fränkischen Schule nach Sachsen, und zwar durch Lucas Cranach 
(1472-1553).' Dieser Meister war in Franken (zu Cronach oder Cra- 
nach) geboren und hat dort olme Zweifel seine erste Bildung erhalten, 
doch trat er bereits früh in die Dienste des kurfürstlich sächsischen 
Hofes. Im Aeusseren der Auffassung und Behandlung hat er viel Ver- 
wandtes mit Albrecht Dürer; auch ist ihm eine ähnliche, wenn schon 
nicht in gleichem Maasse ausgedehnte Produktionskraft eigen. Aber statt 
des Dürerlschen Ernstes und jener Energie und Tiefe des Gedankens 
herrscht bei ihm eine unbefangene, heiter spielende Naivetät vor; seine 
Bilder haben, mehr oder weniger, einen volksthümlichen, bänkelsängeri- 
sehen Humor, so dass sie den Dichtungen seines Zeitgenossen Hans Sachs 
sehr entschieden zur Seite zu stellen sind; doch vermag auch er sich 
aus solcher Richtung sowohl zu einer zarteren Poesie, wie zu einer 
grossartigeren Darstellungsweise emporzuschwingen. Seine Gemälde sind 
in grosser Anzahl vorhanden; ebenso hat er Mannigfaches im Gebiete 
des Holzschnittes und Kupferstiches geliefert; seine selbständige Entwicke- 
lung scheint aber erst spät begonnen zu haben.  Sein frühestes 
bekanntes Werk ist das reizende, durch Zartheit, Naivetät und Farben- 
1 Denkmäler der Kunst,
        

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