Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1696775
408 
IV. K. Die nord. K. v. Anf. 
J ahrh. 
A. Malerei. 
eine Neigung zu italienischer Darstellungsweise wahrnimmt. In diese 
spätere Zeit seines Lebens gehören ferner verschiedene, meisterhaft in 
Kupfer gestochene Bildnisse berühmter Zeitgenossen, auch einige gemalte 
Bildnisse, unter denen vornehmlich das eines Mannes, im Museum zu 
Madrid, bez. 1521, wahrscheinlich des Dürer befreundeten Lorenz 
Stark, Rentmeisters der „Frau Margaretha", und des Hieronymus Holz- 
schuher, im Besitz der Familie Holzschuher zu Nürnberg (1526) von 
höchster Bedeutung sind. Endlich das Hauptwerk seines Lebens, zwei 
Tafeln mit den sogenannten vier Temperamenten, in der Pinakothek von 
München (1526); es sind vier Apostel, welche Dürer, im Gepräge der 
vier Temperamente und in grossartig erhabener Fassung der Gestalten, 
als die Hüter des göttlichen Wortes dargestellt hat, als Zeugniss und 
Denkmal des neuen Geistes der Zeit, dem er sich mit voller Innigkeit 
hingegeben hatte. 
An Dürer schliesst sich eine nicht unbedeutende Anzahl von Schü- 
lern und Nachfolgern an. 1 Sie strebten seinen Styl und seine sonstige 
Darstellungsweise sich anzueignen, nähern sich ihm auch nicht selten in 
einer gewissen einfachen Tüchtigkeit, während jedoch die Höhe und der 
Ernst der Gesinnung, sowie die eigenthümlich poetische Auffassung des 
Meisters bei ihnen grösstentheils vermisst werden. Die Mehrzahl dieser 
Künstler hat ebenfalls zahlreiche Kupferstiche und Holzschnitte geliefert. 
Unter ihnen sind namentlich hervorzuheben: Hans v. Kulmbach 
(eigentlich Hans Wagner, ursprünglich Schüler des Jakob Walch); 
Bilder von ihm in der Moritzkapelle, zu St. Sebald (1513), in der städti- 
schen Galerie und auf der Burg zu Nürnberg, in der Katharinen- 
kirche zu Zwickau (1518) u. a. a. O.  Hans Scheuffelin, ein 
handfertiger Meister, dessen Arbeiten nicht selten sind (Hauptwerk: der 
untere Altar in der Hauptkirche zu Nördlingen, 1521; sein schwacher 
Nachahmer: Sebastian Deig).  Heinrich Aldegrever, mehr 
nur durch Kupferstiche bekannt.  Bartholomäus und Hans Se- 
bald Beham, beide zumeist ebenfalls durch ihre Kupferstiche bekannt. 
Von dem letzteren eine höchst zierlich und geistreich gemalte Tafel mit 
vier Scenen aus der Geschichte des David und den Bildnissen des Kar- 
dinals Albrecht von Brandenburg und des Künstlers, im Museum von 
Paris (1534); auch Miniaturmalereien in einem Gebetbuch auf der Bi- 
bliothek von Aschaffenburg. Hiebei mag ein andrer nürnbergischer 
Maler, der im Fache der Miniaturmalerei vorzüglich ausgezeichnet war, 
genannt werden: Nicolaus Glockendon, ausser einigen Blättern in 
dem ebengenannten Gebetbuch rühren von ihm die zahlreichen Miniatu- 
ren eines grossen Missale (1524) und eines zweiten Gebetbuches (1531), 
ebenfalls auf der Bibliothek von As chaf f e nburg her.  Von einem nicht 
sehr bedeutenden Nachahmer Dürer's, Michael Schwarz aus Schwa- 
ben, ist der Teiche und prachtvolle Hochaltar der Marienkirche zu Dan- 
zig (1511-1517)  Ferner Albrecht Altdorfer, der geistreichste 
unter Dürer'S Schülern, derjenige, der das phantastische Element der 
Zeit zu einer romantischen Poesie auszuprägen wusste; so namentlich in
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.