Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1696762
deutschen 
Die 
Schulen der Malerei. 
407 
Uffizien zu Florenz das treifliche Bildniss seinesiVaters, von feinster 
Modellirung und ungemeiner Wahrheit des Tones, bez. 1490; im Stä- 
dePschen Institut zu Frankfurt ein Bildniss desselben vom J. 1494 
und das ausgezeichnete Brustbild eines Mädchens aus der Familie Für- 
leger (1497); ein Seitenstück zu demselben, das Bildniss der Katharina 
Fürlegerin, aus demselben Jahr, ist nach England verkauft worden. Im 
Landauer Brüderliause zu Nürnberg ein Bildchen, Herkules die stym- 
phalischen Vögel tödtend, bezeichnet 1500. Im J. 1498 erschienen seine 
Holzschnitte zur Offenbarung Johannis, die bereits den ganzen Reich- 
thum und die volle Kraft seiner Phantasie erkennen lassen; sie gehören, 
dem Gegenstande angemessen, zu denjenigen Leistungen, in welchen das 
phantastische Element der Zeit in grossartigster Gestalt auftritt. Aus 
demselben Jahre ist sein eigenhändiges Portrait im Museum zu lliadrid, 
(eine Kopie desselben in den Uftizien zu Florenz), vom J. 1500 ein 
zweites, vollendeteres Portrait (ebenfalls sein eigenes) in der Pinakothek 
von München. Als eins der ersten, bedeutsamer durchgeführten Ge- 
mälde ist die wunderbar vollendete Anbetung der Könige in der Tribuna 
der Uffizien zu Florenz vom J. 1504 zu nennen. Dieser schliesst sich 
an: ein leider nicht wohl erhaltenes Gemälde der Madonna mit Engeln, 
welche vielen Anbetenden Rosenkränze übergeben, vom J. 1506, im 
Stift Strahof zu Prag; wahrscheinlich fertigte Dürer dasselbe zu Vene- 
dig. Diesem folgt eine Reihe andrer ausgezeichneter Gemälde, von 
denen indess einige verloren sind: Adam und Eva (1507, im Pal. Pitti 
zu Florenz; das in der städtischen Sammlung zu Mainz vorhandene 
Bild ist eine spätere Kopie); die Marter der zehntausend Heiligen, in 
der k. k. Galerie zu Wien (1508); die Himmelfahrt Mariä (1509, unter- 
gegangen, jedoch in einer alten Kopie, im StädePschen Institut zu Frank- 
furt a. M. erhalten); die Dreifaltigkeit mit vielen Heiligen und Seligen, 
in der k. k. Galerie zu Wien (1511); eine Madonna, ebendaselbst 
(1512); u. s. w. Unter einer nicht unbedeutenden Anzahl undatirter 
Gemälde mögen hier eine Grablegung in der Moritzkapelle zu Nürn- 
berg, und eine Geburt Christi mit zwei ritterlichen Heiligen auf den 
Flügeln, in der Pinakothek zu München hervorgehoben werden. In die 
Zeit dieser Werke fallen sodann, neben vielen einzelnen Holzschnitten 
und Kupferstichen, verschiedene grosse Reihenfolgen solcher Druckblätter: 
drei im J. 1511 herausgegebene Folgen von I-lolzschnitten, das Leben 
der Maria, die sog. grosse und die kleine Passion, und eine in Kupfer 
gestochene Passion (1507-1513). Ferner drei an poetischem Gehalt 
und an künstlerischer Vollendung vorzüglich ausgezeichnete Kupferstiche: 
der Ritter mit Tod und Teufel (1513), die Melancholie (1514), und 
der h. Hieronymus in seinem Studierzimmer (1514), sowie verschiedene 
in Kupfer gestochene Madonnen und Apostel. Die Zahl 1515 tragen 
das kolossale Holzschnittwerk der Ehrenpforte des Kaisers Maximilian, 
und die geistreichen Federzeichnungen in dem Gebetbuche desselben 
Kaisers in der Hofbibliothek von München. 
Im Jahr 1522 gab Dürer das Holzschnittwerk des Triumphwagens 
des Kaisers Maximilian heraus, in welchem man, zwar nicht im Einzel- 
nen der Behandlung, wohl aber in der Gesammtfassung der Gestalten,
        

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