Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1696629
der Malerei. 
Die deutschen Schulen 
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in der von Avila (seit 1497), in der von Toledo (hauptsächlich seit 
1500), Sevilla (ebenso), Cuenca, Malaga. (zweite Hälfte des 16. Jahr- 
hunderts), Segovia, Salamanca, Saragossa, Barcelona u. s. w. 
 In Portugal gilt als eine Art Oollectivname der Maler Gran Vasco, 
über dessen Zeitalter und echten Werken noch völliges Dunkel schwebt. 
Wie es scheint, ist er den Ferraresen (Mazzolino etc.) eben so nahe ver- 
wandt als den Niederländern.  
der Malerei. 
deutschen Schulen 
Die 
In Deutschland, wo die hohe Vollendung der Architektur des gothi- 
schen Styles ein längeres Festhalten an demselben Style auch in der bil- 
denden Kunst zur Folge hatte, entwickelte sich die moderne Richtimg 
zunächst unter niederländischem Einflusseß Am Entschiedensten "war dies 
der Fall in denjenigen Gegenden von Niederdeutschland, welche den 
niederländischen Gränzen besonders nahe lagen; hier bemerken wir sogar 
die ganze, in Rede stehende Periode hindurch eine mehr oder weniger 
bestimmte Abhängigkeit von der niederländischen Kunst. Gleichwohl be- 
gegnen wir im Einzelnen verschiedenen bedeutsamen und sehr achtbaren 
Leistungen, obschon es uns auch hier wiederum, wie früher, an der 
Kenntniss des Namens der Meister grossen Theils mangelt. So entwickelt 
sich zu Oalcar eine besondre Schule, die sich mit Glück der flandri- 
schen Darstellungsweise anschliesst. Vorzüglich bedeutend ist unter den 
Malern von Calcar ein Meister, der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts 
angehörig, von dem in der dortigen Kirche eine Altartafel mit dem Tode 
der Maria herrührt, sodann der ebenfalls unbekannte Urheber der Male- 
reien eines Altars (1481-1484) in der Ferberschen Kapelle der Marien- 
kirche zu Danzig; ferner, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, 
Johann von Calcar, welchem ausser mehrern andern Gemälden der 
Kirche zu Calcar vorzüglich die aus 20 oder 24 Feldern bestehenden 
Malereien des Hochaltars, Gestalten von höchst zartem und anmuthvollem 
Ausdruck und vollendeter Durchführung, beigelegt werden. Anderes in 
der Münchener Pinakothek (eine mater dolorosa), in der Kirche zu 
Rees, im Rathhause zu Wesel, am Altar der Reinholdskapelle in der 
Marienkirche zu Danzig (1516), etc. Rühren diese Werke wirklich von 
einem Künstler dieses Namens her, so darf derselbe nicht verwechselt 
werden mit dem jedenfalls beträchtlich jüngeren Johann Stephan von 
Oalcar (geb. 1499, gest. 1546 zu Neapel), der sich in seinen meister- 
haften Bildnissen Tizians Weise so vollkommen anzueignen wusste, dass 
seine Werke v'0n denen des venezianischen Meisters sich kaum unter- 
scheiden lassen (zwei solche im Belvedere zu Wien, ein hen-nches Män- 
nerbildniss im Louvre zu Paris). 
Sodann treten uns verschiedene ausgezeichnete Erscheinungen ent- 
gegen, die in Köln ihren Mittelpunkt finden. 2 Bei manchen Reminiscen- 
zen an den Styl der älteren Kölner Schule (der Meister Wilhelm und 
in 
Denkmäler der Kunst, T. 82.  2 Umständlicher 
301 (f.  Denkmäler der Kunst, T. 84, A. 
den Kleinen Schriften,
        

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