Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1696607
Die Malerei in Frankreich. 
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ebendaselbst; zwei Bildnisse in der k. k. Galerie zu Wien (1539); ein 
Bild, liebende Paare vorstellend, zu, Corshamhouse in England,  
Andre Künstler dieser Richtung sind: Michael Coxcie (Coxis), ebenfalls 
in der römischen Schule gebildet; Martin Hemskerk (M. van Veen); 
Lancelot Blondeel u. s. w.  Von dem letztgenannten rührt nach 
neuern Forschungen u. a. der Entwurf zu dem berühmten Prachtkamin 
im Hötel de ville zu Brügge (1527) her. 
Einige Niederländer dieser Zeit sind Vornehmlich im Bildniss aus- 
gezeichnet; so Anton Moro, Schüler SchorePs und Nachahmer Holbein's, 
(trerfliche Bilder im Louvre, in Madrid, Wien, im Museum zu Ber- 
lin); Joas von Cleve; Nicolas Lucidel, genannt Neuchatel.  
Bei einigen andern zeigt sich das Bestreben, die Landschaft als einen 
selbständigen Gegenstand für die künstlerische Darstellung zu behandeln. 
In diesem Betracht sind zu nennen: Joachim Patenier, dessen Com- 
positionen noch ziemlich phantastisch erscheinen (grosses Bild mit der 
Versuchung des heil. Antonius, im Museum zu Madrid) und Herri de 
Bles, in Italien Civetta genannt, der sich an Patenier anschliesst, in 
zierlicher Behandlung häufig spitz und mager wird und mit seinen effekt- 
vollen Beleuchtungen leicht in Härte verfällt. 
Von den Glasgemälden der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind 
die in der Kathedrale S. Gudule zu Brüssel weniger durch das Figür- 
liche als durch die geschmackvolle Pracht des Dekorativen im reichsten 
Styl der Renaissance ausgezeichnet. 
Die Malerei in Frankreich. 
Den niederländischen Leistungen im Fache der Malerei schliessen 
wir zunächst die, zwar beachtenswerthen, doch nicht sonderlich umfassen- 
den, auch nicht zu einer hervorstechenden Eigenthümlichkeit durchge- 
bildeten Erscheinungen an, welche Frankreich für die in Rede stehende 
Periode darbietet. Dies sind vornehmlich Miniaturmalereienf Wie diese 
Kunstgattung in Frankreich am Schlusse der gothischen Periode geblüht 
hatte, so ündet sie auch in der gegenwärtigen, vornehmlich jedoch in 
der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, bedeutende Theilnahme; die 
Bibliothek von Paris bietet dafür zahlreiche Beispiele dar. Auch in 
diesen Arbeiten ist, wie früher, ein verwandtschaftliches Verhältniss zu 
der niederländischen Kunst wahrzunehmen; indess unterscheidet man zwei 
Richtungen, von denen die eine mit grösserer Entschiedenheit zu der 
Weise der niederländischen Malerei neigt, die andre hiemit zugleich eine 
Aufnahme von Motiven der italienischen und zwar Horentinischen Kunst 
verbindet und sich zu grosser Eleganz entwickelt. Der vorzügliehste 
 
' Waagen, Kunstw- 11- Künstler in Paris, S. sss, n. Der wirklich französi- 
schen, d. h. nicht aus Flandern bezogenen Tafelmalereien sind wenige (Einiges 
im Hötel de Cluny Zll Paris; 81119 Madßnna mit Engeln im Museum _von Ant- 
werpen etc.) Auch die Fresken kommen kaum in Betracht. (Geschichten der 
Kreuzeründuug in der Kathedrale Voll Alb y, Gruppen musieirender Engel in 
feiner Aufnahme des niederländischen Typus, am Gewölbe der Kapelle des Hau- 
ses Jacques Coeufs zu Bourges etc. 
        

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