Volltext: Handbuch der Kunstgeschichte (Bd. 2)

Erste Periode. 
ll 
ment ausgezeichnet.  So die Kathedrale von Sensi die ein etwas auf" 
falligeres Gemisch alterthümlieher Elemente mit solchen, Welche derivor" 
schreitenden Entwickelung angehören, zeigt, uäsvlirliänglhch (ilijn; 211013???" 
len. im Schiff mit dem sehr ei enthümlichen ec se gegie er er ei er 
und gekuppelter Säulen, im Eiäiizelnen, namentlilgh  im 260889111 (all 
Rundbovcnfriesen u. derel. noch mit starker ezeicinung es romani- 
sehen Elements. Ü )   
Zwei machtvolle Kathedralen, die von Laon und von Paris, erschei- 
nen in einer schärfer ausgesprochenen, für die Ausbildung der Gothik 
folgenreicheren Eigenthümlichkeit. Sie führen das System deS bmlllßhen 
Innern mit künstlerischer Absicht auf die Säulenform zurück. Während 
in den eben genannten Bauten, wie anderweit in denen des französisch- 
romanischen Spätstyls, zumeist nur die Ohorrundung Säulenarkaden hatte, 
oder im Schiff nur die Zwischentheile der Joche durch Säulen bezeichnet 
waren, wenden jene beiden Gebäude bei den Arkaden, welche die Raume 
des Innern scheiden, durchgängig jene Form an, auf das Gruljilglplrincä) 
des christlichen Kirchenbaues auf die Urform der Basilika zurüc e ren , 
in der Verbindung der Säule; mit der Form des Spitzbogens an das sici- 
lisch-normannische Motiv erinnernd (und vielleicht nicht ganz ohne eine 
von dort ausgegangene Einwirkung), dabei aber in einem eigenthümlißh 
derben, stämmigen Vcrhältniss. Es ist etwas erneut Primitives in dieser 
Disposition, das ebenso wie jene Strebelasten des Aeusseren zu den Ele- 
menten des ersten Beginnes einer neuen Richtung gehört; es ist zugleich 
etwas noch einseitig Abgeschlossenes in diesen massigen Arkadenreihen, 
die, an SlCh ohne eine Stark ausgesprochene aufwärts strebende Bewe- 
gung, wesentlich nur die Träger der darüber aufgegipfelten Lasten aus- 
machen, etwas liallenartig Gefestetes, ein Zug von, profanem, städtisch 
bürgerlichem Charakter. In der _That scheint sich hierin jenes bürger- 
liche Element, welcllies dals bGlIl fiir dtie Geätaltung) dies (gothischein Stylefs 
so wesentlich Mitwir en es ezeic ne wur e, zu e un en, noc unau- 
gelöst in das System des Ganzen, förmlich in izinär synibolächennlialtungä 
in geordneter, unerschütterlicher Macht un a s ie sic ire run age un 
Stütze der übrigen, reicher belebten Theile,  eine Ausdeutung, deren 
nicht allzu kühnes Gedankenspiel noch in andern Punkten Bestätigung 
findet. Ueber jenen Arkaden öffnen sich nach dem Innern der Mittel- 
schiffe die leichten Bogenstellungen geräumiger Emporen; an den Pfeilern 
der letzteren steigen die Säulenbündel der Dienste empor, welche über 
den Kapitälen der Schiiisäulcn aufsetzen und die gegliederteEntwickelung 
der oberen Theile des Innenbaues einleiten.  Das alterthiimlichere Ge- 
bäude ist die Kathedrale von Laon, die nach historischer Angabe 1173 
in der Ausführung bereits erheblich vorgerückt war. Sie ist 1anggestreckt,- 
dreischiffig, in der Mitte von einem ebenfalls dreischiffigen Querbau 
durchschnitten, in der Choranlage von der des Schiffes nicht wesentlich 
unterschieden und, was besonders bemerkenswerth, auf der Ostseite m 
gerader Linie abschliessend, ohne irgend etwas von den Elementen 811195 
rhythmischen Ausganges der räumlichen Bewegung,_ durch welche der 
heilige Raum des Ohores sonst ausgezeichnet ist, beizubehalten. wenn 
dergleichen sich bei kleinen Gebäuden zeigt, bei einer Richtung auf das
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.