Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1696080
Vörbemerküng. 
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mit der Darstellung der Constantinsschlacht); Francesco Anichini 
aus Ferrara; Domenico di Polo aus Florenz; Ludovico Marmitta 
aus Parma, u. a. m.  Die ebengenannten waren in den beiden Kunst- 
gattungen ausgezeichnet. Unter denen, die ausschliesslich als Steinschnei- 
der berühmt sind, ist Maria di Pescia hervorzuheben, der den soge- 
nannten Siegelring des Michelangelo, einen, lange Zeit für antik ausgegebenen 
Stein mit der Darstellung eines ügurenreichen Bacchanales (gegenwärtig 
im Museum von Paris) gefertigt hat.  Unter den Mgdailleuren nimmt 
sodann Niccolo Cavallerino von Modena (sonst auch als Goldschmied 
und Bildhauer bekannt) eine vorzügliche Stelle ein; von ihm sind einige 
sehr grossartige Schaumünzen auf den Feldherrn und Astronomen Guido 
Rangoni gefertigt. Ferner Benvenuto Cellini, dessen in Gold getrie- 
bene Schaumünzen, zum Schmuck der Hüte vornehmer Herren, sehr ge- 
sucht waren, und der auch eine bedeutende Anzahl von Stempeln zu 
Münzen geliefert hat. Die auf den letzteren enthaltenen Darstellungen 
haben aber schon das etwas manieristische Gepräge, welches fast den 
sämmtlichen Nachfolgern Michelangelds eigen ist. Noch mag hier Gin- 
vanni Cavino von Padua (1499-1570) erwähnt werden, der, wie auch 
der obengenannte Marmitta, in der Nachahmung antiker Münzen vor- 
züglich geschickt war. 
Malerei. 
Vorbemerkung. 
Die Blüthe der italienischen Malerei entfaltete sich, wie dies bereits 
angedeutet ist, auf eine mannigfach verschiedene Weise. Für diese Ver- 
hältnisse gaben zunächst die Zustände der verschiedenen Kunstschulen, 
wie wir dieselben in der Zeit um den Schluss des 15. Jahrhunderts ver- 
lassen haben, die bedingende Grundlage; doch fanden gerade um diese 
Zeit mehr oder minder bedeutende Wechselwirkungen statt, welche die 
Einseitigkeit des Strebens, die an manchen Orten bemerklich wird, wohl- 
thätig milderten. Reichbegabte Künstler verbanden mehrfach die Vorzüge 
der einen mit denen der andern Schule, und nicht minder war der Glanz 
ihres eigenen Geistes, der über die engeren Grenzen ihrer Wirksamkeit, 
oft bis in weite Fernen hinausstrahlte sehr wohl geeignet, einen mannig- 
faltigen Einiiuss, auch auf Künstler von übrigens abweichender Richtung 
hervorzubringen. 
Zum besseren Verständniss der folgenden Bemerkungen ist es vor- 
theilhaft, wenn wir die glänzendsten Erscheinungen der Zeit hier vorerst 
in einem flüchtigen Ueberblick an uns vorübergehen lassen. Zwei vor- 
züglich emporragende Meister traten aus der den realistischen Interessen 
zugewandten Schule von Florenz hervor. Der eine von diesen, der ältere, 
ist Leonardo da Vinci, ein Meister, der mit vollkommener Ausbildung 
der Form eine mildere, inniger tiefe Auffassungsweise verband. Seine 
Vorzüglichste Thätigkeit gehört aber nicht Florenz, sondern Mailand an, 
Wo er das Streben der lombardischen Schule zur schönsten Entfaltung 
brachte. Unter den Weehselverhältnissen, die schon früher in dieser
        

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