Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1695972
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Kunst in d. ersten Hälfte d. 
Die ital. bild. 
Jahrh. 
Sculptur. 
dieser Zeit bilden, reihten sich zahlreiche Kreise von Schülern, welche 
das Gut, das sie von jenen empfingen, willig weiter verarbeiteten. 
Wir lassen in dieser Periode der italienischen Kunst wieder die Be- 
trachtung der Sculptur vorangeheni Zwar erscheint jetzt, in noch grös- 
serem Maasse als im 15. Jahrhundert, die Mehrzahl der künstlerischen 
Kräfte der Malerei zugewandt, und noch deutlicher treten uns in letzterer 
die verschiedenen Grundelemente und Richtungen der Zeit entgegen. 
Doch ist auch jetzt die Sculptur, eben weil sie auch in dieser Zeit mehr 
das allgemeine Streben repräsentirt, vorzüglich geeignet, den Ueberblick 
über dasselbe zu eröffnen; und in nicht geringerem Maasse wie die Ma- 
lerei, wenn schon keineswegs in derselben Breiten-Ausdehnung, lässt auch 
sie die Höhe der Entwickelung erkennen. 
Sculptur. 
Die Meister von Florenz. 
Die vorzüglichsten Mittelpunkte der Sculptur sind für jetzt, wie im 
15. Jahrhundert, Florenz und Venedig, denen sich sodann, wie dort, 
Neapel anschliesst. Wir betrachten zunächst die bedeutendsten Künstler, 
die in Florenz thätig waren oder von dort ausgingen. 
Um den Beginn des 16. Jahrhunderts treten uns in Florenz vorerst 
zwei Meister entgegen, deren Arbeiten, in einer einfach schlichten Würde 
gehalten, den Anfang des neuen und freieren Strebens bezeichnen: Bac- 
cio da Montelupo, von dem die treffliche Statue des Evangelisten Jo- 
hannes an Orsanmichele zu Florenz herrührt, und Benedetto da R0- 
vezzano; von dem letzteren sechs schöne Reliefs aus der Geschichte des 
h. Gualbertus im Museum von Florenz, die in dem Ausdruck edler 
Milde auf die Arbeiten der früheren Florentiner zurückdeuten, und eine 
würdige, doch etwas schwer gewandete Statue des Täufers in dem dor- 
tigen Dome. 
Zu einer höheren und grossartigeren Stellung entwickelten sich einige 
Zeitgenossen der ebengenannten. So Giovanni Francesco Rustici, 
ein Schüler des Andrea Veroochio. Das einzige Werk, welches man von 
diesem Künstler kennt, besteht aus einer Gruppe von drei Bronzestatuen 
über der nördlichen Thüre des Baptisteriums von Florenz; sie stellen 
den Täufer Johannes, predigend, zwischen einem Pharisäer und einem 
Leviten dar. Hoher Adel des Styles, Freiheit des Lebens, durchgebildete 
Charakteristik und ruhige Majestät sind in diesen Gestalten aufs Glück- 
lichste verbunden; sie zeigen die Bestrebungen eines Donatello und Ghi- 
berti in durchaus vollendeter, meisterlicher Entfaltung. Rustici brachte 
die späteren Jahre seines Lebens in Frankreich zu.  Auf seine Aug- 
bildung scheint sein grosser Mitschüler Leonardo da Vinci einen 
nicht ganz unwesentlichen Einfluss ausgeübt zu haben. Leonardo, be- 
sonders zwar im Fache der Malerei ausgezeichnet, war auch in andern 
Kunstzweigen thätig; im Fache der Sculptur wird von ihm vornehmlich 
Denkmäler 
der Kunst,
        

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