Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1695956
326 
Kalb 
Die ital. bild. Kunst im 
15. Jahrh. 
Malerei. 
Richtung wohl überein, und die politischen Verhältnisse der Zeit machen 
die Vermuthung wenigstens nicht unwahrscheinlich. Vornehmlich gilt 
dies von den, als Zingaro benannten Gemälden des Museums von Nea- 
pel (besonders eine thronende Madonna mit Heiligen), sowie von mehre- 
ren Altarbildern dortiger Kirchen (Kreuztragung in S. Domenico Mag- 
giore, S. Franciscus, die Ordensregeln ertheilend, in S. Lorenzo). Etwas 
anders, doch gleichfalls sehr bedeutend, erscheinen die ihm zugeschrie- 
benen (leider beschädigten) Fresken im Klosterhofe von S. Severino, 
aus der Geschichte des h. Benedict; diese zeichnen sich besonders durch 
die meisterhafte Ausbildung der landschaftlichen Gründe aus.  Die 
Bilder der Brüder Pietro und Ippolito Donrzelli, Schüler des Zin- 
garo, haben in ähnlicher Richtung ebenfalls einen bedeutenden Werth. 
Vollkommen in Handrischem Styl concipirt und selbst gemalt sind erst 
die Bilder eines andern Schülers, Simone Papa des altern, im Museum 
von Neapel.  Aus derselben Schule war, um den Schluss des Jahr- 
hunderts blühend, Silvestro de' Buoni hervorgegangen. Seine Werke, 
und namentlich sein höchst reizvolles Altarbild der Madonna in S. Re- 
stituta (neben dem Dome), gehören zu den schönsten Leistungen der 
neapolitanischen Kunst?  Antonio dlAmato, Schüler des Silvestro, 
soll sich nach Werken des Perugino gebildet haben, was auch die ihm 
zugeschriebenen Gemälde bestätigen. 
1 Die Geschichte der neapolitanischen Kunst leidet, besonders für diese Epoche, 
an grosser Verwirrung und Unklarheit. Vgl. die Notizen in J ak. Burckhardfs 
Cicerone. S. 843 ff. Schulz (Unteritalien) giebt an, dass das Bild des Silvestro 
in S. Restituta. die Jahrzahl 1590, ein andres im Dom zu Sorrent seinen Namen 
und das Jahr 1575 trage. Trotzdem, bemerkt er, legt man ihm ein Bild in S. 
Pietro Martire zu Neapel bei, obwohl es die Jahr-zahl 1501 hat und ohne Na- 
mensbezeichnung ist; wesshalb denn C. Catalani die bequeme Auskunft wählt, 
zwei Silvestri Buoni anzunehmen. NV. L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.