Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1695651
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II. Kap. 
Die ita]. bild. Kunst im 
Jahrh. 
B. Malerei. 
Matteo Pasti, auch dieser in den Bildnissen sehr ausgezeichnet.  
Dann mögen, als treifliche Meister dieses Faches, die um die Mitte und 
nach der Mitte des 15. Jahrhunderts blühten, genannt werden: Anto- 
nio Marescotto zu Ferrara, sonst auch als Verfertiger von grösseren 
Bronzewerken genannt; Giovanni Boldu und Gentile Bellini, beides 
Maler zu Venedig; Griovanni Francesco Enzola von Parma, durch 
die entschiedene Aufnahme antiker Motive ausgezeichnet; Sperandio 
von Mantua, gegen den Schluss des Jahrhunderts blühend und in ähn- 
licher Richtung, sowie durch eigne poetische Kraft vorzüglich bedeutend. 
 Endlich einige Künstler, deren Werke in das 16. Jahrhundert hinüber- 
reichen und die sich der geläuterten Entfaltung dieser Zeit bereits annä- 
hern: Vittore Camelio zu Venedig (von dem bemerkt wird, dass er 
zuerst, behufs des Prägens, Medaillen in Stahl geschnitten habe; zwei 
treffliche Bronzereliefs, Kämpfe nackter Männer, in der Akademie zu 
Venedig)"; die Veroneser Giulio della Torre und Gio. Maria P0- 
medello; und so auch der berühmte Maler Franceseo Francia von 
Bologna (ursprünglich ein Goldarbeiter). 
Den ebengenannten reihen sich noch eine beträchtliche Folge von 
Künstlernamen, sowie mannigfache, zum Theil ausgezeichnete Werke um- 
bekannter Meister an. Es mag hier indess an dieser flüchtigen Ueber- 
sicht eines, in seiner abgeschlossenen Eigenthümliehkeit sehr interessanten 
Kunstzweiges genügen. 
Ma 
6T 
Schule. 
Die foscanische 
In der italienischen Malerei des 15. Jahrhunderts scheiden sich, wie 
bereits oben bemerkt wurde, die verschiedenen Richtungen des Zeitgei- 
stes schärfer als in der Sculptur. Wir wenden uns auch hier zunächst 
zur Schule von Toscana, deren Mittelpunkt Florenz ist. 
Die toskanische Malerei der in Rede stehenden Periode wird nicht 
in gleichem Maasse, wie die dortige Sculptur, durch den Einfluss der An- 
tike bedingt. Als das vorzüglichst bezeichnende Element ihrer besonde- 
ren Richtung ist die unmittelbare und naive Auffassung der Erscheinun- 
gen des Lebens (nach den Gesetzen, welche der Erscheinung als solcher 
zu Grunde liegen), hervorzuheben. Diese Richtung äussert sich aber ins- 
gemein mit einer eigenthümlichen Grösse des Sinnes, auf welche die 
Antike somit gleichwohl nicht ganz ohne Einwirkung geblieben sein mag, 
und hiemit stimmt es überein, dass wesentlich die Darstellung der mensch- 
lichen Gestalt ausgebildet wird, während die Umgebungen des Lebens, 
in wie reichem Maasse man sie nunmehr auch in die Bilder einführt, 
fast überall nur mehr andeutungsweise, denn als wirkungsreich im male- 
rischen Sinne behandelt werden. Die toscanische Malerei dieser Zeit 
(mit Ausnahme derjenigen Leistungen, welche noch einer alterthümlichen 
1 Denkmäler 
der Kunst, 
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