Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1695649
Die Medailleure. 
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ausschliesslich als Schan- oder Gedächtnissmünzen, zu behandeln, wobei 
schon ihre insgemein grössere Dimension und ihre gesammte äussere 
Beschaifenheit den Gedanken an Geldverkehr ausschliessen mussten. 
Auf der Vorderseite dieser Medaillen sieht man in der Regel den Kopf 
oder das Brustbild einer ausgezeichneten Person, zu deren Gedächtniss 
sie gearbeitet war; auf der Rückseite mannigfach verschiedene Darstel- 
lungen oder Embleme, die sich auf jene beziehen. Ohne die Feinheit 
der späteren geprägten Medaillen zu besitzen, zeichnen sich die Werke 
dieser Zeit doch sehr häufig durch die geistreich lebendige Auffassung 
und durch die ansprechend naive Befolgung antiker Vorbilder, die oft 
auf den Darstellungen der Rückseite vorkommen, aus. 
Verschiedene der im Vorigen genannten Bildhauer werden, mit mehr 
oder weniger Sicherheit, auch als die Verfertiger von Medaillen genannt. 
So Donatello und mehrere unter seinen Schülern, wie Michelozzo, 
Vellano, Bertoldo; dem Ant. Pollajuolo schreibt man mit grosser 
Bestimmtheit eine Reihe solcher Arbeiten zu. Doch gehören diese Werke 
nicht zu den bedeutendsten und namentlich nicht zu den frühsten, die 
man kennt.  Bei weitem die wichtigsten und ausgezeichnetsten Medail- 
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Bolzenthal. 
leure des 15. Jahrhunderts gehören dem venetianischen Staate und 
der Lombardei an. Unter ihnen ist zunächst, als der eigentliche Be- 
gründer dieser Kunstgattung, der VeroneserVittore Pisano oder Pisa- 
nello zu nennen. Des Vittore ist bereits früher als eines Malers ge- 
dacht werden, dessen Gemälde noch entschieden das Gepräge des gothischen 
Styles tragen; in der späteren Zeit seines Lebens scheint er sich aus- 
schliesslich der Medaillenarbeit hingegeben zu haben, die Werke dieser 
Art folgen aber BbGIJSO entschieden der modernen Kunstrichtung. Sie 
fallen in die Jahre von 1429-1449; die Bildnissköpfe, die sie enthalten, 
sind mit grösster Feinheit und Bestimmtheit individualisirt; die Thißfda?" 
Stellungen, die häufig auf den Rückseiten vorkommen, erscheinen unge- 
mein lebenvoll und mannigfaltig, oft in kühner Verkürzung. Schüler 
oder Nachfolger des Vittore im Fache der Medaillen war der Veroneser
        

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