Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1695330
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KaP' 
mod. 
Die 
gegen 
bis 
Arch. 
des 
das Ende 
18. Jahrh. 
geführt, letztere in vier Ordnungen gekuppelter Säulen aufgelöst sind. 
Aehnliche Dekorationen an S. Clotilde in Andelys, an der Facade der 
Kirche von Vetheuil unweit Mantes, an dem Vorderbau der Kirche 
von Gisors, u. a. a. Bauten. Die Paläste der Epoche Franz I. lassen 
bereits eine einheimische Schule in vielseitiger Thätigkeit erkennen..Den 
Uebergang aus der Früh-Renaissance bilden das zierliche Schlösschen 
Azay-le-rideau am Fluss Indre, der Eingang des Schlosses Nantouillet 
(nach 1527) und das prachtvolle Schloss Ohambord (seit 1523, von 
Pierrc Nepveu), die gefiissentlichste Verwirklichung des grossen Wi- 
derspruches zwischen mittelalterlicher (und noch dazu sinnloser) Anlage 
und moderner Einzelform, das mittlere Dach ganz beladen mit hohen 
Fenstern, Kaminen und einem ganz wunderlichen Zierbau in der Mitte, 
der den Kern des ganzen Gebäudes, nämlich eine durchgehende doppelte 
Wendeltreppe bekrönt. Von unbekannten französischen Meistern wurden 
dann die ältern Theile des Schlosses Fontainebleau erbaut; von Jean 
Boullant (seit 1540) das Schloss Ecouen. Die volle Höhe und Har- 
monie des Styles erreichte jedoch erst Pierre Lescot (1510-1578) in 
der 1541 begonnenen westlichen Fagade des Hofes im Louvre, welche 
als höchstes, seither nicht mehr erreichtes Prachtdenkmal der französi- 
schen Architektur gelten darf. Von demselben Künstler ist auch das 
noch etwas befangenere „Haus Franz L", welches neuerlich in die champs 
elysees zu Paris versetzt worden ist, und die neuerdings restaurirte 
Fontaine des innocents ebenda; an diesen sämmtlichen Bauten wurde der 
plastische Schmuck zum Theil von dem berühmten Bildhauer Jean 
Groujon ausgeführt. Gleichzeitig (1549) musste der Italiener Domenico 
Boccardo, gen. Cortona bei den prächtigen älteren Theilen des (neuer- 
dings beträchtlich vergrösserten und umgebauten) Hotel de ville in Paris 
sich bedeutende Ooncessionen an den französischen Styl mit seiner freie- 
ren Compositionsweise, seinem reichlichen Detailwerk, den hohen Dächern 
u. s. w. gefallen lassen. Ferner erbaute um dieselbe-Zeit (1548) Phili- 
bert Delorme für Diana von Poitiers das elegante Schloss Anet, wo- 
von ein Ueberrest im Hof der ecole des beaux arts zu Paris aufgestellt 
ist; später (seit 1564) die schon trocknern und kleinlich manierirten 
ältern Theile der Tuilerien. Ueberhaupt schwindet gegen Ende des 
16. Jahrhunderts die Naivetät und die phantastische Fülle aus der fran- 
zösischen Baukunst; der Missbrauch der Bossagen an Wänden und Säu- 
len, verbunden mit den noch immer steilen Dächern und den unvermeid- 
lichen Dachfenstern, gibt den Gebäuden ein schweres, gedrücktes Ansehen. 
Dies gilt von den meisten Bauten aus der Zeit Heinrichs IV. und Lud- 
wigs XIIL, _z. B. der Facade von S. Etienne du mont in Paris (1610), 
dem Schloss S. Germain en Laye, den Gebäuden um die Place royale 
in Paris u. s. w." Eine günstige Ausnahme macht das Stadthaus von ' 
Rheims (1627). Sonst ist von den bessern Architekten aus der frühem 
Zeit des 17. Jahrhunderts besonders Jacques de Brosse anzuführen; 
von diesem rührt der PalaSi Lllxembourg in Paris her, der in Etwas an 
den florentinischen Palastbau erinnert, sodann die noch verhältnissmässig 
edle Fagade von S. Gervais in Paris (1616-4621).  Die bedeutenden 
Bauten, die in der spätern Zeit des 17. Jahrhunderts unter Ludwig XIV.
        

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