Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1695041
ERSTES 
KAPITEL. 
DIE 
MODERNE ARCHITEKTUR BIS GEGEN DAS 
ACHTZEHNTEN JAHRHUNDERTS. 
ENDE 
DES 
Vorbemerkung. 
Die moderne Architektur 1 beruht, wie im Vorigen bereits angedeutet 
worden, auf der Wiederaufnahme der antiken und zwar der römischen 
Bauformen, welche sich der erwachenden historisch wissenschaftlichen 
Richtung zunächst darboten und welche mit den Bedürfnissen der neue- 
ren Zeit vorzugsweise übereinstimmen mussten, während man mit den 
Formen der griechischen Architektur erst seit wenigen Jahrzehnten näher 
bekannt geworden ist, diese auch, in ihrer einfachen Bestimmtheit, im 
Ganzen ungleich weniger anwendbar sein konnten. Die moderne Archi- 
tektur steht demnach (bis auf die Ausnahmen der jüngsten Zeit) ziemlich 
auf gleicher Stufe mit der römischen, das heisst: sie entäusserte sich aller 
derjenigen Vorzüge, welche in der romanischen und in der gothischen 
Periode durch das Streben nachleiner gesetzmässig organischen Durch- 
bildung des inneren Raumes, überhaupt des Gewölbes, errungen waren, 
und sie trat in den unentwickelten Zwitterzustand zurück, welchen der 
rohe (ob auch reich dekorirte) Gewölbebau der Römer in Verbindung 
mit dem griechischen Säulenbau und die (für das Ganze zwar nothwen- 
dige) Barbarisirung der Detailformen des letzteren hervorgebracht hatten. 
In ihren edlern Schöpfungen aber erreicht die moderne Architektur auch 
 
l Vgl. Quatfemäfe de Quincy, Geschichte der berühmtesten Architekten und 
ihrer Werke, etc. (ein bequemes Handbuch für die Geschichte der modernen Ar- 
chitektur, obgleich in der einseitigen" klassischen Richtung befangen, auch keines- 
wegs erschöpfend genug, namentlich nicht in Bezug auf die italienische Architek- 
tur des 15. Jahrhimderts.  J. Burckhardt, Cicerone.  Dann eine grosse Reihe 
von Kupferwerken, welche die Monumente der italienischen Architektur, behufs 
des praktischen Studiums von Seiten der Baumeister behandeln: Grandjean de 
Montigny et Famin, ßrßhiteßfllre toscane;  Le fabbriche piü cospicue di Vene- 
Ziaä  Lötarouilly, Ödiüces de Rome moderne;  Percier et Fontaine, P8118115, 
maisons et autres ediiices modßrneß, dess. ä Rome;  Dieselben, ehoix des plus 
celebres maisons de plaisance de Rome et de ses environs; Gauthier, 165 Plus 
beaux ediiices de la ville de Gänes et de Bes environs;  F. Cassina, le fßbbflßhö 
Öi Milano;  u. a. m.
        

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