Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1695033
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Allgemeine Bemerkungen. 
erscheinen hier in reger und erfolgreicher Thätigkeit. Die frühere Zeit 
des 16. Jahrhunderts zeigt sodann die grossartigen und vollendeten Re- 
sultate dieses Strebens, die sich zugleich mit dem erhabensten geistigen 
Schwunge vereinigen; dies indess nur bei den Italienern, während die 
nordische Kunst (aus Gründen, die unten dargelegt werden sollen), nicht 
zur vollkommenen und selbständigen Entfaltung gelangt. Die zweite 
Hälfte des 16. Jahrhunderts bringt eine allgemeine Verbreitung jener 
gediegenen Darstellungsweise, doch zumeist nur ihrer äusserlichen Ele- 
mente, indem die hohe innere Kraft, die sich im Anfange des Jahrhun- 
derts entwickelt liatte, plötzlich nachliess (was wieder in den allgemeinen 
historischen Verhältnissen begründet war). Ein neuer Aufschwung beginnt 
mit dem 17. Jahrhundert, zwar auch nicht in der grossartigen Idealität 
der eben genannten Zeit, wohl aber mit der umfassendsten Energie, welche 
alle Kreise des menschlichen Lebens, alle Interessen der Existenz, Alles, 
was zur Umgebung des Menschen gehört, zu durchdringen vermag. Den 
Niederländern und Italienern, die in dieser Zeit vorzüglich thätig sind, 
treten jetzt die Spanier als ebenbürtig zur Seite, während die Deutschen 
und die Franzosen nur eine geringere, doch wenigstens im Einzelnen 
nicht unbedeutende Theilnahme bezeugen. Von der späteren Zeit des 
17. Jahrhunderts ab machen sich die Franzosen zu Herren des künstle- 
rischen Geschmackes, verbreiten indess ein manierirtes, unerfreuliches 
Wesen, das bis gegen das Ende des 18. Jahrhunderts anhält. Von die- 
ser Zeit beginnt ein neues, ganz eigenthümliches Streben, das im Einzel- 
nen Werke von erhabenster Bedeutung hervorgerufen hat und vielleicht 
auf eine noch schönere Zukunft deutet. 
        

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