Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1694640
Periode. 
Vierte 
195 
in der Zips.  In den südwestlichen Districten sodann der Dorn zu Wesz- 
prim, mit einer gothischen Krypta, und als ein Hauptwerkdie Michaels- 
kirche zu Oedenburg, inschriftlich von 1482-89, wie es scheint nach 
der Analogie des Langhauses von St. Stephan in Wien erbaut. Ebenda- 
selbst die Benediktinerkirche und die Kapelle Johannes. des Täu- 
fers. Weiterhin der Dom zu Pressburg, 1452 geweiht, die Franzis- 
kanerkirche daselbst und die Pfarrkirche zu Ofen. Einschifiige Anlagen 
finden sich zahlreich im Warasdiner Komitat, so die Klosterkirche zu 
Lupaglava (1415 geweiht, 1491 hergestellt), die Kirchen von Nede- 
lisce (1460), von Pomorje (1468), von Macince (1477) u. a. In. 
Warasdin ist der Kirchthurm ein NVerk vom J. 1494. 
An dekorativen Werken sind die Tabernakel im Dom zu Kaschau, 
1472 durch Stephan Crom ausgeführt, und in der Kirche zu Kesmark 
zu erwähnen.  
Der Hallenbau Siebenbürgens bietet eine Anzahl von Beispielen 
der Spätepoche. S0 die Hauptkirchen von Kronstadt (1385-1425), 
von Reps (1400), vonKlausenburg (bis 1414), von Schorsch (1422). 
Die evangelische Kirche zu Hermannstadt, zwischen 1431-71 und 
bis zum 16. Jahrhundert erbaut, hat niedere Seitenschiife, aber über dem 
einen eine Empore bis zur Höhe des Hauptschiifes. Ein lichter freier 
Hallenbau mit zierlichen Sterngewölben ist sodann" die Bergkirche von 
Schässburg, bis 1488 im Wesentlichen vollendet und 1511 geweiht._ 
Die meisten Kirchen, des Landes verbinden sich mit einer ausgedehnten 
Befestigungsanlage und sind selbst durch kastellartige Festigkeit der 
Mauern, durch Schiessscharten u. dgl. auf die Vertheidigung-eingerichtet. 
Am vollständigsten zeigen dies System die Kirchen zu Kaisd (1493 bis 
1496), zu Klosdorf (1524) und zu Trapold (1522).  
An dekorativen Arbeiten werden die Tabernakel der Bergkirche zu 
Schässburg und der Kirchen zu Mesehen und Grossprobstdorf 
erwähnt.  
In Böhmen ist als Hauptbau der Spätzeit, die stattliche S. Bar- 
barakirclre zu Kuttenberg zu betrachten. Im Jahr 1380 begonnen, 
befolgt sie in der Choranlage das reiche Vorbild des Prager Domes, nur 
gehört die Ausprägung des Einzelnen schon der Spätzeit an, da nach 
längerer Unterbrechung der Bau erst 1483 unter Meister Johann, dann 
unter Matthias Raisek's Leitung wieder aufgenommen wurde, der 
1499 die Chorwölbung vollendete. Die reichen Fenstermaasswerke, die 
verschlungenen Netzrippen, die zierliche Dekoration der Strebebögen be- 
zeiclmen diese Epoche. Seit 1510 wurde endlich durch Meister Benesch 
von Laun den Sßenschiffen eine Empore hinzugefügt, wodurch jene die 
Höhe des Mittelschiffes erhielten, ausserdem wurde das Innere und Aeus- 
Sere reich und phantastisch geschmückt, 1541 aber der Bau unvollendet 
eingestellt.  Andre Gebäude der Spätepoche in derselben Stadt sind 
das "steinerne Haus" und das 1497 ausgeführte Brunnenhaus, ein 
Zwölfeckiger Bau mit zierlichem Tabernakel. 
Prag hat in seiner Maria-Himmelfahrtkirche am Teyn (1407 
bis 1460) ein bedeutendes Werk dieser Epoche. Dreischiffig mit dreifachem
        

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