Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1694338
164 
gothischen 
des 
Die Kunst 
Stylcs. 
Mittelbilde die Anbetung der h. drei Könige, auf den Seitenbildern die 
h. Ursula mit ihren Jungfrauen und den h. Gereon mit seinen Kriegsge- 
sellen, auf den Aussenseiten der Flüge] die Verkündigung Maria;  
eine kleine, überaus anmuthige Madonna mit Engeln im Besitz des Hrn. 
von Herwegh zu Köln;  vielleicht auch zwei Tafeln der Münchener 
Pinakothek, je drei Heiligenfiguren enthaltend; endlich, etwa aus seiner 
früheren Zeit, die grosse Madonna im Priesterseminar zu Köln. 1  Von- 
Schülern Stephans mögen z. B. die schon erwähnten Wandmalereien im Dom 
zu Frankfurt a. M. herrühren, ausserdem Verschiedenes in den obcngenann- 
ten Sammlungen, so u. a. ein Altarwerk aus der Laurentiuskirche zu Köln, 
gegenwärtig zerstreut: das Mittelbild mit der Darstellung des jüngsten Ge- 
richtes im Kölner Museum; die inneren Seitenbilder mit dem llIartyrthum der 
zwölf Apostel im StädePschen Institut zu Frankfurt a. M.; die äussercn 
Seitenbilder, auf deren jedem drei Heilige, in der Pinakothek zu M ün- 
chen. Anderes in St. Ursula zu Köln, im Mus. zu Darmstadt etc. 
Als eine dritte namhafte Schule der deutschen Malerei dieser Epoche 
haben wir die von Westphalen anzuführen. Sie erscheint in ihren frühe- 
ren Leistungen, welche der früheren Zeit des 15. Jahrhunderts angehören, 
als eine Abzweigung der Schule von Köln. Zeugnisse dafür sieht man 
an einigen Bildern im Museum von Münster; Anderes in der Marien- 
kirche und Rainoldskirehe zu D o rtmun d, in der Paulskirche zu So est etc. 
Ausserdem ist hier ein colossales Altarwerk in der Bibliothek zu Göttin- 
gen zu erwähnen, welches 1424 für die dortige Paulinerkirche von einem 
Mönche Heinrich von Duderstadt gemaltwurde und ebenfalls die 
weite Ausbreitung des kölnischen Styles beweist.  Andre Bilder aus 
verschiedenen Epochen der altwestphälischen Schule befanden sich in den 
Sammlungen des Regierungsrathes Krüger zu Minden und des Regie- 
rungsrathes Bartels zu Berlin, wovon die erstere im Jahr 1854 nach 
London an die Nationalgalerie verkauft worden ist. 
ien. 
Die Malerei ist diejenige Kunst, "die sich in Italien, in der in Rede 
stehenden Entwiekelungsperiode einer vorzüglich reichen Ausbreitunrr 
erfreute. 2 Neben den Altargemiäldeii tritt uns hier eine grosse Menge 
von Wandmalereien entgegen, zu deren Ausführung die besondre Beschaf- 
fenheit der italienisch-gothischen Architektur eine willkommene Gelegen- 
heit bot; mit eigenthümlichen und tief bedeutsamen Zügen entfaltet sich 
in diesen Werken jene Gefühls- und Anschauungsweise, welche den Kunst- 
Oharakter der gesammten gothischen Periode bedingt. Zugleich gewinnen 
hier die künstlerischen Individualitäten ein noeh schärfer bezeighnetes 
Dombild in diese Zeit fallen. (Waagen, im Kunstbl. 1854, S. 164, HI, wo auch 
vorzüglich schöne Miniaturen dieser Schule in einem Gebetbuch der Bibliothek 
von Darmstadt erwähnt werden.) 
1 Vgl. W. Lübke in d. Kunstblatt 1855. S. 157 u. Schnaase, VI, S. 451 mit 
Abbild.   Vgl. Geschichte der Malerei, etc. I, S. 301, H. (woselbst die weite- 
ren Nachweise).  J. Burckhardii, der Cißerone.  Gio. Rosini, storia della. pit- 
tura. italiana. (Uebersicht durch wohlgewählte Umrissblätter).  S. düägincourt, 
Denkm. d. Malerei. U. a. m.
        

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