Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693892
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Die Kunst des gothischen Styles. 
thedrale von Murcia (1353 bis 1462), grossentheils schon der folgenden 
Epoche angehörend. 
Die Insel Majorca hat in der Kathedrale von Palma einen an- 
sehnlichen Bau dieses Jahrhunderts, massenhaft imposant und reich ent- 
wickelt. 
Zu den dekorativen Werken sind die Kreuzgänge zu zählen, welche 
oft eine ungemein edle Blüthe des Styles zeigen. Dahin gehören die 
Kreuzgänge der Kathedralen von Burgos, Toledo (seit 1389), Pampe- 
lona, stattlich und reiehbehandelt; von Santiago zu Bilbao, von der 
Kathedrale von Vieh (1380), von Ripoll, vom Kloster Sion zu Bar- 
celona, vom Kloster S. Domingo z-u Valencia, von S. Francisco zu 
Palma, -letzterer mit anmuthigen Arkaden, aber iiacher Balkendecke. 
Unter den Profanbauten sind zwei Werke von festungsartigem 
Charakter zu erwähnen: die Puerta de Serranos zu Valencia, ein Thor- 
bau mit mächtigen achteckigen Flankenthürmen, dazwischen ein breites 
rundbogiges Portal, der obere Theil mit zierlicher loggienartiger Galerie 
und Zinnenkranz geschlossen;  und das Schloss von Belver bei Palma, 
ein Rundbau mit rundem Hof, der von oünen Arkaden in zwei Geschos- 
sen umgeben ist. 
Portugal hat ein hervorragendes Denkmal der gothischen Kunst 
aus dieser Epoche, die Klosterkirche von Batalha, 1 in der Provinz 
Estremadura, 1386 oder 87 gegründet. Es ist ein langgestreckter drei- 
schifüger Bau, der auf jedem Queriiügel zwei kleinere Nebenchöre neben 
dem Hauptchor hat, sämmtlich polygon geschlossen. Die hoch emporge- 
führten Seitenschiife haben Hache Steindächer, über welchen unmittelbar 
die Fenster des Mittelschiffs beginnen. Die Bündelpfeiler des Innern, die 
organisch aufsteigenden Dienste, die Profile der Rippen, erinnern an nor- 
dische G-othik. Entsprechend ist auch das Aeussere, zwar mit durchge- 
führten Horizontallinien, aber in klarer und consequenter Ausbildung des 
Strebesystems und der an deutsche Werke erinnernden Facadengliederung 
behandelt.  Ein östlicher achteckiger Kuppelbau gehört der späteren 
Epoche an. 
Andre Denkmäler desselben Jahrhunderts sind die Kathedralen von 
Braga. und Oporto, dieKirche von Espadacinta, und wie es scheint 
auch die Kathedrale von Lissabon. Doch sollen diese Bauten sämmt- 
lieh moderne Umgestaltungen erlitten haben. 
Endlich werden noch genannt: die Kreuz gän ge bei den Kathe- 
dralen von Oporto und Lissabon. Es fehlt hier noch sehr an zurei- 
chenden Lokalforschungen. 
trali 
welche in der vorigen Epoche 
befestigt sich in der Zeit des 
Die vorwiegend dekorative Auffassung, 
schon die Gothik in Italien erfahren hatte, 
1 Dßnkmäler der Kunst,
        

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