Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693851
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Styles. 
Die Kunst des gothischen 
Eins der wichtigsten Monumente dieser Zeit ist die Kathedrale von 
Exeter, mit Ausnahme des romanischen Querschißes in einem Zuge 
consequent durchgeführt. Seit 1288 begonnen, fällt der Neubau haupt- 
sächlich in die Epochen von 1327H69. Bei schmalen und massig hohen 
Verhältnissen liegt der Chor sammt der Ladyehapel in bedeutender 
Länge dem Querhause vor. Die Arkadenpfeiler haben die Form von 
Säulenbündeln, die Dienste setzen in den Arkadenzwickeln auf zierlichen 
Oonsolen auf, die Gewölbe sind sternförmig ausgebildet. Das Triforium 
steht nicht in organischer Verbindung mit den Fenstern, deren Füllung 
ein reiches dekoratives Rosettenwerk bildet. Am Aeusseren ist das Strebe- 
system in einer an englischen Werken seltenen Ausdehnung durchgeführt; 
die Fagade hat einen glänzend zierlichen Vorbau aus der Spätzeit des 
14. Jahrhunderts.  Nicht minder bedeutend sind_ Langhaus und Chor 
der Kathedrale von York, 1 das Langhaus, von 1291 bis zur Mitte 
des 14. Jahrhunderts erbaut, der Chor von 1361 bis Anfang des folgenden 
Jahrhunderts vollendet. Die Verhältnisse sind imponirend, die Weite und 
Höhe des Mittelschiifes beträchtlich, die Gesammtlänge 498 Fuss. Die 
Pfeiler sind reich mit Diensten besetzt, die Gewölbträger unmittelbar aus 
ihnen emporsteigend, die Arkaden lebendig gegliedert, die Triforien mit 
den Fenstern verbunden, das Maasswerk der letzteren im Schiff in reichen 
Rosettenformen, besonders prachtvoll und willkürlich zugleich an dem 
mächtigen Fenster der Westfaeade, die Chorfenster mit pcrpendiculärem 
Stabwerk, besonders glänzend im grossen Ostfenster. Die Wölbungen 
ahmen in Holz die reichen Netzconstructionen der Steingewölbe nach. 
Am Aeussern die Facade mit zwei Thürmen und hohem Mittelfenster, 
deutscher Anordnung entsprechend, doch nicht ohne Willkür im Einzel- 
nen und Disharmonie im "Ganzen. Die Vollendung des Werkes fand im 
15. Jahrhundert, die Einweihung 1472 statt.   
Dem Yorker Baue verwandt das Münster von Beverley in seinem 
glänzend entwickelten Langhaus und der Faeade;  der Prachtbau der 
Abteikirehe St. Peter zu Howden;  der Chor der Abteikirche St. Mary 
and St. German zu Selby;  die Kirche St. Mary zu Hull u. A. 
Wesentlich verschieden davon die Kathedrale zu Bristol (angeb- 
lich 1306-32), die nur in Chor und Querhaus vollendet wurde, gleich 
hohe Schiife und breite Verhältnisse bei geringer Höhe, die Ausbildung 
zierlich dekorativ.- 
Sodann der 1322 begonnene Bau des Oktogons der Kathedrale von 
Ely, eines mächtigen Kuppelraums von 65 Fuss Durchmesser auf der 
Vierung mit kunstreich kühner Holzconstruction und oberer Laterne von 
30 Fuss Durchmesser, ein Werk von glanzvoll phantastischer Wirkung. 
Gleichzeitig die Lady-Chapel daselbst.  Ferner eins der brillantesten 
Werke der Epoche die 1834 durch Brand zerstörte S. Stephanskapelle 
im königlichen Palaste, zu Westminster, gleich der Ste. Chapelle in zwei 
Geschossen aufgeführt-An der Kathedrale von Norwieh die schon 
1297 begonnenen Kreuzgänge und zwei Thore in ihrer Umgebung, das 
eine „St. EthelberUs-Thor" noch streng und schlicht, das andre „Erping- 
 
' Denkmäler der Kunst,
        

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