Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693777
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Die Kunst des gothischen Styles. 
um einen ehemals mit Kreuzgängen in zwei Geschossen umzogenen freien 
Hofraum; den Nordflügel nimmt in der Richtung von Westen nach Osten 
der Haupteingang mit hohem Portalbogen nach orientalischer Weise, der 
Kapitelsaal und die Kirche ein. Seit 1309.wurde an Erweiterung und 
Ausschmückung dieser Bauten gearbeitet, besonders die goldene Pforte, 
ein Prachtstück edelster Ziegelarchitektur, der Kirche hinzugefügt, dann 
(1335-41) die Grnftkirche, die sog. S. Annenkapelle erbaut, über ihr die 
Marienkirche verlängert, im Innern mit Sterngewölbe, im Aeussern mit 
einem kolossalen musivisch geschmückten Madonnenbilde ausgestattet. 
Sodann wurde in der Regierungszeit Winrichs v. Kniprode (1351-82) 
das Mittelschloss als glanzvolle Residenz des Hochmeisters erbaut, wo 
vorzüglich des „Meisters Remter" und der Ordensremter durch die unver- 
gleichliche Schönheit der Verhältnisse, die edle Ausbildung der Details 
und die graziösen Palmengewölbe, das Aeussere aber durch massenhafte 
Anlage, kühne Constructionen und grandiose Gesammtwirkung sich aus- 
zeichnet.  
Unter den übrigen preussischen Schlössern ist besonders das bischöf- 
liche Schloss zu Heilsberg durch gute Erhaltung seiner wichtigsten 
Theile bemerkenswerth. Auch hier ist die Anlage fast quadratisch um 
einen mit Kreuzgängen in zwei Geschossen umgebenen freien Hof. Auf 
den Ecken erheben sich kräftige Thurmbauten. 
Mehr oder minder erhaltene Reste von Schlössern des deutschen Or- 
dens iinden sich sodann noch zu Gollub, Kowallen, Poppowo, Rhe- 
den, Marienwerder, Mewe, Rössel, Lechstädt, Ragnit u. A. 
An den städtischen Profanbauten zeigt sich die Einwirkung der Or- 
densschlösser in beachtenswerther Weise. So an dem Rathhaus und 
den Thoren der Stadt Marienburg, am Rechtstädtischen Rathhaus 
zu Danzig und dem Artushof daselbst, einer in der Spätzeit umge- 
bauten, aber auf älterer Anlage beruhenden stattlichen Kaufhalle, deren 
schöne Palmengewölbe auf zwei schlanken Granitsäulen ruhenl  
Die kirchlichen Denkmäler des Landes sind schlicht, selbst roh in 
der Behandlung, aber meist von grossartiger räumlicher Disposition und
        

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