Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693753
10a 
gothischen 
Die Kunst des 
Styles. 
Prenzlau. Sie hat äusserlieh den geraden Ohorschluss und eine unge- 
mein reiche Flächendekoration des Ostgiebels in brillanten Maasswerk- 
mustern, im Innern aber einen polygonen Abschluss der drei Chöre, die 
gleich dem Langhause frei und hallenartig angelegt sind.  Aehnlich 
der Qstgiebel der Marienkirche in Neu-Brandenburg. 
Mehrere Bauten zeigen ähnliche Anlage bei einfacherer Behandlung. 
S0 die Marienkirche und dieNikelaikirche zu Berlin, beide im 
Wesentlichen noch vom Anfange des Jahrhunderts, aber in den Gewölben 
i lÄ  , 
lorschlnss der lllnrienkirche zu Prenzlau. 
(Nach Kallenl 
M011) 
nach einem Brande von 1380 erneuert, letztere mit stattlichem Umgang 
um den polygon geschlossenen Chor. Dasselbe Verhältniss und verwandte 
reichere Chorbildung; findet sich an der 1324-46 erbauten Godehardkirche 
zu Brandenburg, schlichtere Auffassung dagegen an der aus der 
Spätzeit des 14. Jahrhunderts stammenden Kirche zu Bernau, mit spä- 
teren Bauveränderungen, namentlich einem hinzugefügten dritten Seitenschiff. 
Pommern bietet eine mannigfaltige und reiche Entwicklung dar, die 
sich den in den mecklenburgischen, den brandenburgischen und den 
preussischen Landen herrschenden Richtungen mehrfach anschliesst. Un- 
ter den Hallenbauten in Vorpommern sind zu nennen: die Bartholomäus- 
kirche zu Demmin mit dreifachem Polygonschluss des Chores; die 
Petrikirche zu Treptow an der Tollense, mit Chorumgang, die Niko- 
laikirche zu Anclam, mit dreifachem Chorschluss und (liagonaler 
Stellung der Seitenchöre, einfacher dagegen mit gerader Qstwand die 
Marienkirche daselbst; endlich noch die Johanniskirche (Fran- 
ziskaner)'und die kolossale Jakobikirehe zu Stettin. 
Den Hochbau vertritt in stattlicher Weise die seit 1311 erbaute Ni- 
kolaikirche zu Stralsund, die sich mit reichem Ohorumgang und 
Kapellenkranz der mecklenburgischen Baugruppe anschliesst, aber keinen 
Querbau zeigt. Der Westbau mit zwei massenhaften Thürmen gehört 
der Spätzeit des Jahrhunderts.  Aehnlich die gleichzeitige Nikolai- 
kirche zu Greifswald vom J. 1326 (v0llendet?), jedoch mit schlich- 
terer Chorbildung und festungsartig behandeltem Westbau.  Etwas jün- 
ger die einfach tüchtige Petrikirche zu Wolgast, und vom Ende 
des Jahrhunderts die mächtige Jakobikirche zu Stralsund, die jedoch 
schon übertriebene Höhenrichtung und unschöne Fensterbiltlung zeigt, 
dabei aber eine grossartig wirkende Thurmhalle und reich dekorirte 
Facade hat.
        

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