Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693711
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des gothischen Styles. 
Diä Kunst 
(1343 geweiht), dem Dom und gegen Ende des Jahrhunderts der An- 
dreaskirche. 
In Magdeburg erfuhr der Doml in dieser Epoche (bis zum J. 1363) 
den Umbau seines Langhauses und der Facade. Im Anschluss an die 
frühgothischen Osttheile entwickelt sich auch das Schiff auf romanischer 
Pfeilergrundlage, bei Weiten Gewölbspannungen, die indess zu reicher 
Fensteranlage benutzt und zu bedeutender Höhe (fast das Dreifache der 
Weite) emporgeführt werden. Die reiche Maasswerkdekoration der Quer- 
flügel, die ähnliche Belebung der Seitengiebel der. Nebenschiffe und die 
im Charakter der braunschweigischen Bauten angeordnete Facade gehören 
in diese Zeit. Der reich durchbrochene Oberbau des mittleren Glocken- 
hauses und die Obergeschosse der mit stumpfen Steinpyramiden gedeckten 
Thürme sind erst in der letzten Epoche des Mittelalters vollendet worden. 
 Umgekehrt schritt am Dom zu Halberstadt der Bau von Westen 
nach Osten fort, indem zunächst das Langhaus vollendet und dann gegen 
Mitte des 14. Jahrhunderts der Chor in Angriff genommen wurde. Die 
edel und klar gemässigte Anlage, die feine Ausbildung des Einzelnen, 
die Vereinfachung des polygonen Chors, dessen Umgang nur eine östliche 
Marienkapelle erhielt, zeugen hier von einer verständigen Umbildung des 
reichen französischen Systems. Die völlige Beendung des Baues fällt 
auch hier in späteste Zeit. 
Weiterhin ist sodann eine grosse Anzahl von baulichen Anlagen zu 
nennen, die als Ergänzungs- oder Wiederherstellungsarbeiten älterer Mo- 
numente zu betrachten sind. Meistens ist es der Chor, bisweilen auch 
die Fagade der Kirchen, welche von diesen Umgestaltungen betroffen 
wurden, und bei denen das Festhalten an manchen Eigenthümlichkeiten 
romanischen Styles bemerkenswerth erscheint. Hierher gehört der schlichte 
Chor der Schlosskirche zu Quedlinburg vom J. 1320, der Ostchor 
des Doms zu N aumburg aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, 
und der Chor der benachbarten Kirche zu Freiburg an der Unstrut, 
aus derselben Zeit; vom Dom zu Meissen sodann der hallenartige Lang- 
hausbau, der Lettner zwischen Chor und Querschiff und die Anlage der 
später mehrfach veränderten Westthürme; am Dom zu Erfurt der statt- 
liche 1349-53 erbaute Chor und die eigenthümliche dreiseitige Portal- 
halle der Nordostecke des Schiffes; an der Kirche zu Stadpllm der 
gerade geschlossene Chor und die oberen Geschosse der romanisch ange- 
legten Thürme; an der Liebfrauenkirche zu Arnstadt der bedeutende 
dreischiffige, hallenartige Chorbau, edel ausgebildet im Styl der Frühzeit 
des 14. Jahrhunderts. Ferner in Heiligenstadt der nach einem Brande 
von 1333 umgebaute Chor der Stiftskirche S. Martin, und vielleicht aus 
derselben Zeit der dreischiflige Hallenbau der Marienkirche, sowie der 
1370 ausgeführte Thurmbau der Aegidienkirche daselbst. 
Vorzüglich bedeutsam entwickelt sich sodann im Laufe des 14. Jahr- 
hunderts der Hallenbau in Mühlhausen. Die S. Blasiuskirche mit 
einfach klarer Anlage und ansprechend dekorirten Seitengiebeln entspricht 
der Frühzeit dieser Epoche. Glänzender entfaltet sich das System an der 
der Kunst, T. 
Denkmäler 
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54 A. 
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Details.)
        

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