Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693531
Kunst des 
Die 
gothischen Styles. 
Kathedrale von Salisbury, an den Fagaden der Kathedrale von Lich- 
field, der Kathedrale von Peterborough, der Abteikirehe von Croyland, 
Aus der Schlusszeit des Jahrhunderts rühren ausserdem einige bild- 
nerische Einzelwerke von Bedeutung her, namentlich die in gediegener 
Würde durchgebildeten ehernen Grabmonumente König Heinriclfs III. 
(gest. 1272), und der Königin Eleonore, Gemahlin Eduard's I. (gest. 1290), 
in der Westminsterkirche zu Londonf beide um 1290 von Meister 
Wilhelm Torell gefertigt, und die Sculpturen der schon erwähnten 
Steinkreuze, welche dem Andenken der Königin Eleonore errichtet wur- 
den. 2 Die weiblichen Gestalten haben beiderseits eine schlichte Anmuth, 
welche Wiederum den Ausgang der Styleigenthümlichkeiten der frühgothi- 
sehen Epoche bezeichnet. Man hat geglaubt, die Ausführung dieser 
Werke italienischen Meistern zuschreiben zu müssen, welche nach Eng- 
land berufen worden; und in der That sind in dem Architektonischen 
jener Steinkreuze einige Motive, die an südländische Fassung der Gothik 
erinnern. Die plastische Behandlung bedingt aber ein "solches Verhältniss 
keinesweges und steht zum Theil der Annahme geradezu entgegen; Wobei 
zugleich in Betracht kommt, dass Italien sich in derselben Zeit erst mit 
den Vorbereitungen zur Aufnahme und ersten Ausprägung des bildnerisch 
gothischen Elementes beschäftigt zeigt. 
Ita 
In der italienischen Sculptur des 13. Jahrhunderts erscheint der ro- 
manische Styl noch entschieden vorherrschend, in den Werken des Niccla 
Pisano (I, S. 560 u. f.) durch das starke und bewusste Zurückgehen auf 
das Gesetz der Antike zur wunderwürdigen Blüthe durchgebildet. Die 
Thätigkeit dieses Meisters reicht tief in die zweite Hälfte des Jahrhun- 
derts hinab. 
Doch macht sich in seinen letzten Arbeiten allerdings schon eine 
Neigung zu den Stylprincipien der Gothik bemerklich. Man erkennt 
hierin, wie bereits angedeutet, ein Ergebniss der Mitwirkung jüngerer 
Kräfte. Dieser Erscheinung reihen sich einige andre an, die in verwand- 
tem Sinne den Uebergang aus der romanischen Tradition und aus der 
lantikisirenden Behandlung in das zeitthiimliche Element des gothischen 
Styles bezeichnen. Als solche sind die Sculpturen des Margaritone von 
Arezzo an dem Grabmonumente Papst Gregors X. (gest. 1276) im Dome 
von Arezzo und die Sculpturen des Arnolphus (des berühmten Bau- 
meisters des Florentiner Domes, Arnolfo di Oambio) an seinem Altaffjabey- 
wnakel in S. Paolo bei Rom (1285) hervorzuheben. 
Ein Meister von starker künstlerischer Kraft brach der neuen Rich- 
tung mit Entschiedenheit Bahn, derSohn des Nicola, Giovanni Pisano 
(geb. um 1240, gest. 1320). Er war einer derjenigen, die an der Aus- 
führung der späteren Werke des Vaters (namentlich der Kanzel von Siena) 
schon namhaften Antheil hatten; er lieferte im Laufe des 13. Jahrhunderts 
 
der Kunst, 
Denkmäler 
2 Vergl. Flaxman,
        

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