Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1692175
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1693438
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Kunst des gothischen Styles. 
Die 
handene Anlage des Facailenbaues begonnen zu haben. Seine Seulpturen 
verlassen jenes starre Gesetz, ohne aber bereits eine neue stylistische 
Fassung durchzubilden; bei allgemein tüchtiger Anlage hat ihre Behand- 
lung noch etwas Unentschiedenes, in der Gewandung noch einen fast 
schlaffen Zug, mit handwerksmässigem Nacliklange 
V antikisirenden Elements. Um so bedeutender ist 
   5;  hier dagegen die hervorbrechende Regung innerer 
ß   Empfindung; sie führt _zu einer glücklichen Ge- 
g "i,  J J  sarnrntanordnung, zu reizvollen und klaren Moti- 
q  l ven im Einzelnen der Geberdung," zum Ausdruck 
E   hohen Ernstes und stiller beseelterAnmuth, selbst 
N    schon zu einem Typus reiner Idealschönheit in 
       der Bildung der Köpfe. Namentlich die in der 
ii"  W  Mi lj iitiii 1 Lünettei enthaltege Rfeliefdarätelilunghdes iäegrläbl; 
Vi 1'" PÄ    nisses er hei  ung rau or ne sie in eieric 
 s, ' hoher Anmuth.  Das Mittelportal, mit der in 
  1h grossartig (zyklischer Folge entwickelten Darstel- 
  i] - luiilg des jüngsäen Geiräzhts, läitte durlrählajeng Ver- 
    än erungen se r gei en. as sür ic e 'eiten- 
xi   qßffiii    portal hat, neben den erwähnten älteren Stücken 
 i? Da),  (S. 15) nur geringere Theile der gegenwärtigen 
  ß h,   Epoche.  Aus späterer Zeit, nach der Mitte 
  ß  des 13. Jahrhunderts, rühren die Sculpturen an 
t  M!    den Querschilfgiebeln her. 
f?  Es folgen die Sculpturen an den Portal- 
   li i";  hallen des Querbaues der Kathedrale von Char- 
   {M ii; tres. 1 Hier erscheint das neue stylistische Element 
   Wi llllii  in würdevoll primitiver Eigenthümliehkeit, in noch 
_i'.ii'i ii grikiiuiwmxfilxgih)", i; strenger gHaltung der Gestaläen, in] wohlversäan- 
  f l   dener, feinfaltig geordneter ewan ung, mit em 
F  i W Ausdruck feierlicher Stille in den noch etwas con- 
  a;  
   "gä a1.    7 
 Arbeiten eines "schon ausserordentliclien Umfan- 
  1 ges, deren Ausfuhrung voraussetzlich langere Zeit 
  av-  in Anspruch genommen hat, thells in einer noch 
Cäirisägsstaäuelam Haäptnortal alterthüinlichen Behandlung, 2 theils in einer sty- 
eäacränäiJSeiJ-Qgucjmens. listäsiherfifFasä-Iung, dären so Sßhältßlätil wir; gäoäse 
un ra ige inien en neuen y er ei e- 
reits in völlig charakteristischer Entwickelung zeigen. Die Ohristusstatue 
am Mittelpfeiler des Hauptportales ist eine Arbeit von einfach strenger 
Würde. Ein Relief der Apostel an der Oberschwelle des Südpßrtales ist 
durch die Momente naiven Beisammenseins eigenthümlich anziehend.  
Dann die Sculpturen der Kathedrale von Rheims, 3 Werke von noch 
grösserm Umfange, noch längerer Arbeitszeit, noch schärfer charakterisir- 
1 Denkmäler der Kunst, 
3 Ebenda, T. 60 A  
59 
A 
60 
2 Ebenda:
        

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