Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687084
DAS 
PELASGERTHUM. 
Das griechische Volk war zu einer höheren, zur ebenso lebenvollen 
wie geläuterten Durchbildung der Kunst berufen. Aber es hatte eine 
Reihe von Entwickelungsstufen zu durchlaufen, ehe es dahin gelangte. 
In der Frühzeit seiner Geschichte entbehrt das Griechenthum eines 
bestimmt ausgesprochenen volksthümlichen Abschlusses. Verwandte Völ- 
kerstämme sind im eigentlichen Hellas, auf den Inseln des Archipelagus, 
in den Vorderländern Kleinasiens, in Sicilien und Italien zu Hause, sess- 
haft auf der einen Stelle und wanderlustig auf der andern, hier das Blut 
der Abstammung wahrend, dort mit den Stämmen andrer Völker gemischt. 
Es ist die Epoche, welche nach der zumeist hervortretenden griechischen 
Stammeseigenthümlichkeit als die pelasgische bezeichnet wird. Sie endet, 
zunächst für das hellenische Mittelland, mit einer grossen nationalen Um- 
wälzung, die am Ausgange des zweiten Jahrtausends v. Ohr. anhebt,  
der Einwanderung der Dorier. Im Westen und Osten behauptet das pe- 
lasgische Culturelement, ob auch mehr oder Weniger mit Fremdartigem 
versetzt, seinen vorwiegenden Einfluss auf längere Zeit. 
Die hellenischen Denkmälerreste der pelasgischen Epoche, 1 die Be- 
richte alter Schriftsteller über dahin Gehöriges sind gering. Doch ist, 
was von Beideln vorhanden, immerhin genügend, um die Stufe der Ent- 
wickelung im Allgemeinen bezeichnen zu können. Diese hat Aehnliches 
mit den Verhältnissen der phönicischen Kunst. Auch sie erscheint einer- 
seits noch völlig primitiv, ihre Grundlage der urthümlich monumentalen 
Richtung des europäischen Nordwestens in mehr als einer Beziehung ent- 
sprechend; andrerseits macht sich, wie das Streben nach reicherer Aus- 
stattung ersichtlich wird, die Aneignung des in der orientalischen Kunst 
Ueblichen und der eigenthümlichen reicheren Bildungen desselben mit Be- 
stimmtheit ersichtlich.  , 
Die Grabmonumente dieser Epoche haben, den erhaltenen Resten 
Wie den schriftlichen Berichten des Alterthums zufolge, eine 6111113113118 
1 A. Blouet, expädition scientiüque de 
Baukunlst, Lief. 21, 43, 65, 66. U. A. m. 
Moräe. 
Gailhabaud, 
Denkmäler 
der
        

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