Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687044
Architektur. 
73 
Entwickelung dieser primitiven Stufe. Es sind hofartige Räume von zu- 
meist elliptischer Grundform mid in verschiedenartiger Verbindung mit- 
einander, umschlossen von einem rohen aus grossen Steintafeln und Blöcken 
gebildeten Mauerwerk und mit allerlei besonderen Einrichtungen für den 
Cultus versehen.  Ebenfalls sehr primitiv, doch von strengerer Ausbil- 
dung, sind die zahlreichen Nuraghen in Sardinien und die ihnen ähn- 
lichen Talajots auf den balearischen Inseln, die gegenwärtig nicht 
ohne Grund den Phöniciern zugeschrieben werden: 1 kegelförmige, oben 
abgeplattete Gebäude, mit einem hohlen Raume im Innern, dessen ellip- 
tische Wölbung durch übereinander vorkragende Steine gebildet wird.  
Ansicht einer der Nischen in dem phönicischeu Heiligthum von Gozzo. 
Höchst einfach erscheinen ferner einige Reste an der eigentlich phönici- 
sehen Küste, an der Stelle des alten Marathos: ein viereckiger, aus 
dem Fels gehauener Tempelhof mit schlichten Thorpfeilern und einer 
grossen, ebenso schlichten thronartigen Nische; und einige säulenartige 
(phallische) Monumente, 28 bis 50 Fuss hoch und äusserst mässig ver- 
ziert. Auf der gegenüberliegenden Insel Aradus (Arvad) die Reste sehr 
kolossalei- Uferbauten, die Praxis der Phönicier für derartige Zwecke, die 
sonst auch aus historischen Nachrichten erhellt, bezeugend. -Endlich auf 
der Insel Cypern die Reste von dem Hofe des kleinen paphischen Ve- 
nustempels, von welchem letzteren eine leichte Anschauung durch sein 
auf Münzen und Gemmen enthaltenes Abbild gewährt wird. Zu den Sei- 
ten eines erhöhten Mittelbaues ragten vor diesem Tempel, wie es scheint, 
zwei schlanke Denkpfeiler empor. - 
Das Wenige, was über ausgezeichnete phönicische Tempel und deren 
Ausstattung berichtet wird, deutet auf einen Holzbau und auf die Hinzu- 
fügnng glänzenden metallischen Schmuckes. Im Tempel zu Grades  
dix) standen eherne Säulen; im Tempel des Melkarth zu Tyrus lißSS 
König Hiram eine gQldne Säule errichten.   
Ausführlicheres über Bauunternehmungen der Hebräer enthalten die 
biblischen Berichte. Zunächst über die kleine Stiftshütte, den Zelt- 
tempel, den das jüdische Volk auf seinem nomadischen Zuge mit sich 
 
Anderweit hält man 
für Werke 
der 
Etrusker.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.