Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687030
PHÖNICIEN 
UND 
ISRAEL. 
Allgemeines. 
Die Phönicier erscheinen bereits im zweiten Jahrtausend v. Chr. als 
ein Volk von geschichtlicher Bedeutung; aber nicht als ein Volk, das 
im eigenen Erbe sich ausdehnt, andre Völker durch Eroberung in sich 
aufgehen macht und innerhalb gemessener Grenzen seine eigenthümliche 
Oultur entwickelt; sondern als ein Volk des Handels, welches an fern 
entlegene Küsten seine Colonieen hinaussendet und, nach Erwerb begierig, 
für das grosse Tauschgeschäft der Cultur thätig ist. Ueber die Kunst 
der Phönicierl haben wir mancherlei Nachricht, doch wenig näher be- 
stimmte; von sicheren Resten derselben ist auch nur wenig auf unsre 
Zeit gekommen. Wir können daraus gleichwohl mit Zuversicht entneh- 
men, dass sie selbst, ihrer ganzen historischen Aufgabe gemäss, wenig 
eigenen Kunstsinn besassen; dass, was sie davon hatten, einer völlig pri- 
mitiven Stufe angehört; dass sie hiemit, als einen fremdartigen Luxus, 
künstlerische Elemente verbanden, die von den höher gebildeten Mittel- 
asiaten herübergenommen waren, und dass sie bei solcher Uebertragung 
sich allerdings wohl ein namhaftes kunsthandwerkliches Geschick aneig- 
nen mochten. In Wechselbezug zu ihnen stand das ihnen benachbarte 
Volk der Hebräer, das seinen künstlerischen Bedarf vorzugsweise durch 
ihre Vermittelung empfing und dessen schriftliche Nachrichten hierüber 
ein helleres Licht gewähren. Die Blüthe beider gehört der Zeit um das 
Jahr 1000 v. Chr. an. Der Glanz ider phönicischen Colonialstädte geht. 
zum Theil in eine erheblich spätere Zeit hinab.  
Architektur: 
Mancherlei rohe Steindenkmäler in phönieischen Colonielanden, z. B. 
im Gebiete von Karthago, haben geradehin den Charakter der urthüm- 
liehen Monumente des europäischen Nordens.  Die Reste einiger Hei- 
ligthümer auf den Inseln Malta (Hadjar-Chem genannt, bei Oasal Crendi) 
und Gozzo (Giganteia genannt) zeigen das Bild einer eigenthümlichen 
 
1 Gerhaid, über die Kunst der Phönicier 
zu Berlin, 1846. S. 379 ff.) 
ten 
der Akad. 
der 
Wissenschaf-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.