Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Kunstgeschichte
Person:
Kugler, Franz Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1685854
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1687011
70 
III. 
Das Alterthum 
des Inittleren Asiens. 
zu eigenthümliehen Erfolgen weiter geführt. Schon die dem Leben naiv 
nachgebildeten Thiere (unter den Tributzügen) sind vortreiilicli. Noch 
bedeutender die symbolischen Thiergestalten, bei denen sich namentlich 
der, allerdings zwar in strengem Style, aber kräftig behandelte Kampf 
eines Löwen mit einem Einhorn mehrfach wiederholt. Die phantastisch 
zusammengesetzten Thiergestalten sind in ihrer mährchenhaften Natur zu- 
meist lebendig geschaut und wiedergegeben. Dies gilt namentlich auch 
von jenen XVundergestalten,  geliügelten Stieren mit einem Menschen- 
haupte, welche in unmittelbarer Nachbildung der assyrischen Muster, 
anderen Thiergestalten gegenüber, die grossen Portalpfosten schmücken.  
Das Gesammtbild der persischen Kunst zeigt augenscheinlich neue 
und sehr beachtenswerthe Entwickelungsmomente; aber die künstlerische 
Kraft ist bereits abgeschwächt, und es kommt nicht mehr zum vollen 
Erguss künstlerischer Belebung. 
Anhang. 
Bionulnente 
in 
Kleinasien. 
Mehrere Denkmäler in den Landen des vorderen Asiens, die hier 
anhangsweise erwähnt werden müssen, erscheinen als höchst merkwürdige 
Zeugnisse alter Völkerbewegungen und des durch solche veranlassten 
Uebertragens künstlerischer Typen. 
Hiehcr gehören zunächst einige Bildwerke, die sich auf die Erobe- 
rungszilge des gewaltigsten der alten Könige Aegyptens, Ramses II., 
beziehen. Herodot (II, 102, 106) berichtet, dass derselbe in den besieg- 
ten Landen Denkzeichen seiner Siege errichtet habe und dass diese noch 
zu seiner, des Berichterstatters, Zeit in Syrien und Jonien vorhanden ge- 
wesen seien. In beiden Ländern sind noch gegenwärtig Denkmäler er- 
halten, welche dem Berichte Herodofs zu entsprechen scheinen. Die 
syrischen befinden sich an der Küste, unfern von Beyrut, an der Mündung 
des Nahr-el-Kelb (des Lycus der Alten); es sind drei Felsreliefs, ent- 
schieden ägyptischen Styles und ägyptischer Arbeit, mit der Namensbe- 
Zeichnung des Königesß Ihnen zur Seite sind später, als die geschicht- 
lichen Verhältnisse sich gewandt hatten und die assyrische Macht zur 
welterobernden geworden war, Denkmäler assyrischer Herrscher in den 
Fels gearbeitet worden. -V0n den ionischen ist eins in der Gegend von 
Smyrna, bei dem Dorfe Nymphio, in dem Felsthale Karabel, entdeckt 
werden? Es ist ebenfalls einlFelsrelief, die Gestalt des Königes mit 
Bogen und Speer darstellend, in einer Nachbildung ägyptischer Darstel- 
lungsweise und ägyptischen Styles, aber roh ausgeführt und bestimmt 
keine Arbeit von ägyptischer Hand. 
Dann finden sich äusserst merkwürdige Denkmäler, verschiedenartige 
Typen ältester Cultur zusammenfassend, in Galatien, etwa 40 Meilen öst- 
lieh vom Halys, bei dem Dorfe Boghaz-Iieui und, einige Meilen nörd- 
1 Lepsius, Briefe aus Aegypten etc. S. 
p. 303; pl. 132.  Lepsius, in der archäolog. 
402.  
Zeitung, 
2 Texier, 
1846, Nr. 
Asie Mineure , 
4 l 
        

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